Polit-Hacker gefasst: Täter lebte bei Mama

Tausende Daten geklaut

Polit-Hacker gefasst: Täter lebte bei Mama

Der Skandal um einen Hacker-Angriff auf Tausende Politiker und Prominente hält Deutschland in Atem. Kaum zu glauben: Die große Menge an Daten, darunter Handynummern, Kreditkartendaten, Passwörter, private Fotos und E-Mails, wurde offenbar von nur einem Täter gesammelt und ausgespäht. Es war ein 20-
Jähriger aus dem Bundesland Hessen. Laut Ermittlern lebt er bei seinen Eltern. Innenminister Horst Seehofer gratulierte den Ermittlern zum schnellen Fahndungserfolg.

Verärgert über Aussagen

Der Schüler wurde am Sonntagabend festgenommen und gestand umfassend. Er habe aus „Verärgerung über öffentliche Äußerungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt“, sagte er in der Vernehmung. Laut deutschem Bundeskriminalamt habe er allein gehandelt. Es gebe keine Hinweise, dass Dritte beteiligt waren. Nach seinem Geständnis wurde der junge Mann am Montagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Es gebe „keinen Haftgrund“, erklärten die Ermittler am Dienstag. Der Beschuldigte sei sehr computeraffin, habe aber keine besondere IT-Ausbildung, etwa als Informatiker. Seine Kenntnisse habe er sich in vielen Stunden vor dem Computer selbst angeeignet.

AfD nicht dabei

Ihm sei es durch „ausgeklügelte Vorgehensweise“ gelungen, die Daten auszuspähen. Er habe die Daten nicht in einer Aktion geklaut, sondern im Jahr 2018, aber auch schon davor mehrere Male Politiker und Promis ausgespäht. Auffallend: Ausnahmslos alle Parteien im Bundestag wurden Opfer, nur die rechte AfD nicht. Grund laut Ermittlern: Der Hacker hatte sie schlicht „gar nicht auf dem Schirm“.

Der Hacker hatte die Daten über ein inzwischen gesperrtes Twitter-Konto bereits im Dezember gestreut. Erst am Donnerstag vergangener Woche war der Datenklau einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden.

 

Datenschutzexperte Kainz: "Rache an denjenigen, die sagen, sie haben nicihts zu verbergen"

ÖSTERREICH: Wie massiv ist dieser Datenklau?

Georg Markus Kainz: Das ist ein Stück weit Rache an denjenigen, die sagen, sie haben nichts zu verbergen. Genau das wurde ihnen nun um die Ohren gehauen. Und: Es sind Daten, die jeder hätte finden können.

ÖSTERREICH: Warum ist das nicht früher aufgefallen?

Kainz: Die zuständige Behörde hat gesagt, sie kannte den Täter und wusste seit ­einem Monat, dass diese Daten öffentlich sind. Dennoch hat sie nur zugeschaut. Das ist der wahre Skandal.

ÖSTERREICH: Welche Konsequenzen muss man ziehen?

Kainz: Das größte Problem: Wenn private Daten veröffentlicht werden oder man verleumdet wird, ist der Bürger dem hilflos ausgeliefert, da er den Absender nicht identifizieren kann. Die großen Internet-Konzerne müssen schneller reagieren und solche Postings löschen.

 

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