Bartz:

Trotz Millionenabfindung

Bartz: "Yahoo-Chefs haben mich verarscht"

Rausgeschmissene Yahoo-Chefin rechnet mit dem Konzern beinhart ab.

Wie berichtet, hat der schwächelnde Internet-Riese Yahoo am Dienstagabend (Ortszeit) seine oberste Chefin Carol Bartz (Bild oben) nach knapp zwei Jahren per Telefon gefeuert . Obwohl ihr der unfreiwillige Abgang mit einer Millionenabfindung (siehe unten) versüßt wird, ließ sie nun in einem aktuellen Interview kein gutes Haar an ihren ehemaligen Vorstands-Kollegen.

Kein Blatt vor dem Mund
So sagte sie gegenüber dem US-Magazin "Fortune" wörtlich "These people fucked me over". So übersetzt, dass man es an dieser Stelle auch schreiben kann, heißt das in etwa, das sie diese Leute einfach verarscht haben. Den Rauswurf habe ihr der Verwaltungsratschef Roy Bostock mitgeteilt. Diesen habe sie am Dienstag kurz nach 18:00 Uhr angerufen. Dann habe er sofort damit angefangen ihr ein von Anwälten aufgesetztes Schreiben vorzulesen. Bartz hat nach eigenen Angaben gleich kapiert was los ist. Deshalb habe sie Bostock auch gefragt, warum er ihr das nicht selbst, in seinen eigenen Worten, sagen könne. Er hatte wohl nicht "die Eier" dazu, meinte Bartz im Interview. Danach fügte sie noch hinzu, dass im gesamten Verwaltungsrat nur Blödmänner sitzen, was für amerikanische Verhältnisse eine ziemlich harte Ausdrucksweise ist, welche Bartz noch teuer zu stehen bekommen könnte (siehe unten).

Abfindung von 10 Millionen Dollar
Kurz vor diesen Aussagen sickerte durch, dass Bartz zum Abschied um die 10 Mio. Dollar bekommen (7,12 Mio. Euro) dürfte. Der Grund für die hohe Abfindung ist, dass ihr Vertrag eigentlich noch eineinhalb Jahre weitergelaufen wäre. Laut einer Börsenmitteilung aus dem April wären Bartz 10,4 Mio. Dollar zugestanden, wenn sie am Ende des vergangenen Jahres ausgeschieden wäre. Die Hälfte davon wäre in bar ausbezahlt worden, die andere Hälfte in Aktien. Die Summen dürften im Wesentlichen bis heute Bestand haben. Denn laut einer Börsenmitteilung vom Mittwoch gibt es keine neue Vereinbarung.

"Anti-Schimpf-Klausel"
Laut dem Magazin könnten die Schimpfattacken jedoch dazu führen, dass Yahoo die Abfindung nicht zahlen muss. So soll es im Vertrag zwischen dem IT-Riesen und Bartz eine Klausel geben, die besagt, dass sie sich öffentlich nicht negativ über das Unternehmen äußern darf.
 

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