Google vergrault seine Top-Entwickler

Nächster Chef ist weg

Google vergrault seine Top-Entwickler

Jetzt verlässt auch der Leiter des Drohnen-Projekts "Wing" den IT-Riesen.

Gehen Google langsam aber sicher die Top-Entwickler aus? In den vergangenen Monaten hatten bereits der Gründer und Chef des für 3 Mrd. Dollar (2,7 Mrd. Euro) gekauften Heimvernetzers Nest, Tony Fadell , und der Entwicklungschef und frühere Leiter des Roboterwagen-Projekts, Chris Urmson, die Google-Mutter Alphabet verlassen . Und nun hat sich der nächste hochrangige Manager von dem Konzern verabschiedet.

Dabei sorgte Alphabet mit Burrito-Lieferungen per Drohne gerade erst für Aufsehen. Doch jetzt ist auch der Chef dieses Projekts weg. Laut einem Medienbericht gab es Differenzen über Tests der Fluggeräte. Damit geht die Welle der Abgänge von Top-Managern in Zukunftsprojekten der Google-Mutter weiter. Der Druck, der auf den Top-Managern lasstet scheint mittlerweile zu groß zu sein. Ansonsten ist die Reihe an Abgängen kaum erklärbar. Schließlich handelt es sich bei den verantwortlichen Managern um  ausgewiesene Experten, die extrem gut bezahlt werden und eigentlich genau wissen was sie tun.

Techniker forderten langsameres Tempo

Im Oktober verließ auch der Chef der Entwicklung von Lieferdrohnen, Dave Vos, das Unternehmen, wie ein Sprecher dem "Wall Street Journal" bestätigte. Ein Streitpunkt seien Pläne für mehr kommerzielle Tests der Technik gewesen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen in der Nacht zum Mittwoch. Techniker des Projekts hätten sich für ein langsameres Tempo eingesetzt. Schon die Tests mit Essenslieferungen auf dem Gelände der Hochschule Virginia Tech im September seien umstritten gewesen.

Das "Wall Street Journal" und der Finanzdienst Bloomberg berichteten zudem, Gespräche mit der Kaffeehauskette Starbucks über Drohnen-Lieferungen seien gescheitert. Es habe Differenzen über den Zugang von Alphabet zu Kundendaten gegeben.

"Project Wing"

Google hatte Drohnen aus seinem "Project Wing" zunächst 2014 an einer abgelegenen Farm in Australien getestet. Seitdem wurden die Fluggeräte und die Software für autonome Steuerung bei Flügen auf privatem Gelände in Kalifornien weiterentwickelt.

Die bisher bekannt gewordenen Google-Drohnen haben Flügel wie Mini-Flugzeuge und können ihre Ladung an einem Seil herunterlassen. Der aktuelle Prototyp solle die Basis für künftige "Wing"-Drohnen sein.

Als Amazon-Chef Jeff Bezos Ende 2013 in einem TV-Interview einen Prototypen von Drohnen zur Warenlieferung vorstellte, hielten das viele zunächst für einen Werbe-Gag. Doch Amazon meint es ernst und hat mit "Prime Air" schon einen Namen für den Service . Nach aktuellem Stand sollen die Amazon-Drohnen Päckchen mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm binnen 30 Minuten transportieren. Auch Logistiker testen die Drohnen-Zustellung. So hat die Deutsche Post den automatischen "Paketcopter", der 2014 testweise die Nordseeinsel Juist unter anderem mit Medikamenten versorgte.

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