Grenzschützer setzen auf Xbox-Technik

Kinect-Sensor

Grenzschützer setzen auf Xbox-Technik

Bewegungssensoren aus Spielkonsole überwachen entmilitarisierte Zone.

Der entmilitarisierte Grenzstreifen zwischen Nord- und Südkorea wird mithilfe eines von ihm ausgetüftelten Bewegungsmelders überwacht, erklärte Software-Entwickler Ko Jae Kwan der Nachrichtenagentur AFP. Der Sensor komme normalerweise in der Xbox (Spielkonsole) von Microsoft zum Einsatz.

Gestensteuerung
Die von Ko entwickelte Software namens Kinect ermöglicht Xbox-Nutzern ein freihändiges Spielerlebnis, indem sie mit einem Sensor Körperbewegungen vor dem Bildschirm erfasst und in die virtuelle Spielwelt überträgt. So wie in privaten Haushalten meldet die Technik jetzt auch Bewegungen und Geräusche an südkoreanische Grenzschützer: Diese müssen einen 248 Kilometer langen und vier Kilometer breiten Grenzstreifen überwachen, können automatisierte Hilfe also gut gebrauchen.

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Fehlalarme im Sperrgebiet
Das menschenleere Sperrgebiet hat sich zu einem Paradies für Wildtiere entwickelt - was bisher zu gewissen Problemen führte: "Die bisherigen Sensoren entlang der Grenze waren zwar hoch effizient, konnten aber nicht zwischen Mensch und Tier unterscheiden und lösten deshalb häufig Fehlalarme aus", erklärte Ko der AFP. Anders als konventionelle Überwachungstechnik könne der Bewegungsmelder auch zwischen Mensch und Tier unterscheiden und damit Fehlalarme verhindern. Seit August würden deshalb an einigen Abschnitten der entmilitarisierten Zone verbesserte Geräte auf Basis seiner Kinect-Software eingesetzt. Das Verteidigungsministerium in Seoul bestätigte den Einsatz der neuen Technik, verweigerte weitere Erklärungen dazu aber aus Sicherheitsgründen.

Zukunftspläne
Der 39-jährige Ko denkt unterdessen schon weiter: Seine Sensoren sollen dem Militär künftig auch Aufschluss über den Herzschlag von Menschen und ihre Körpertemperatur geben. Diese Funktionen hat Microsoft bereits in der weiterentwickelten Xbox One integriert, die vergangenes Jahr erschienen ist. Die Konsole ist auf das gemeinschaftliche Spielen mit anderen Nutzern über das Internet ausgelegt - und entwickelte sich zum Verkaufsschlager.

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