Brandneues LG WING im oe24-Test

Mit drehbarem Display

Brandneues LG WING im oe24-Test

Das Smartphone mit drehbarem Display sorgt für jede Menge Aufmerksamkeit.

Mitte September hat LG mit der Vorstellung des WING für großes Aufsehen gesorgt. Das Smartphone mit dem drehbaren Display ist ein echter Hingucker. Seit wenigen Tagen ist es in Österreich im Handel. Wir konnten das WING bereits testen. Wie es sich dabei geschlagen hat, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

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Erster Eindruck

Bis vor kurzem hat sich bei den Smartphones optisch kaum etwas getan. Mittlerweile hat sich das Design der normalen Geräte aller Hersteller ziemlich stark angenähert. Doch dann kamen Samsung, Huawei sowie Motorola und preschten mit Smartphones mit faltbaren Displays vor. Diese neue Geräteklasse sorgt zwar für große Aufmerksamkeit, ist aber nach wie vor etwas anfällig (Displays, Scharniere, etc.) und noch nicht völlig ausgereift. Somit sind diese Geräte eigentlich nur was für Early-Adopters mit dickem Geldbeutel. LG geht mit dem WING einen anderen Weg. Auch dieses Smartphone ist ein echter Hingucker. In unserem Test haben wir jedoch festgestellt, dass die Technik mit dem drehbaren Display schon jetzt völlig alltagstauglich ist. Zunächst hat uns überrascht, dass das WING deutlich flacher und somit handlicher ist, als zunächst angenommen. In der Hosentasche ist es von anderen Smartphones mit rund 6,8 Zoll großen Displays (iPhone 12 Pro Max oder Huawei Mate 40 Pro) kaum zu unterscheiden. Der drehbare Touchscreen, der über dem eigentlichen Smartphone liegt, ist nämlich extrem dünn. Die Gesamtdicke von 1,09 cm stört nicht  wirklich. Und während man bei den Falthandys immer zwei Hände zum Öffnen und Schließen benötigt, gelingt die Drehung beim WING mit einem Finger. Einfach das Display mit dem Daumen nach oben bewegen und schon kommt das Gerät in T-Form daher. Das funktioniert wie aus einem Guss. Im Normalzustand ist es auf den ersten Blick kaum von einem anderen Smartphone zu unterscheiden. Zudem setzt LG bei seinem Flaggschiff auch hochwertige Materialien und penible Verarbeitung. Das WING wirkt extrem stabil und die Drehbewegung scheint dem Gerät rein gar nichts auszumachen. Wir haben das Smartphone im Test zigmal „geöffnet“ und „geschlossen“, was stets absolut klaglos funktionierte.

Diashow: LG WING mit drehbarem Display im Test

LG WING mit drehbarem Display im Test

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    Performance und Handhabung

    Doch das drehbare Display soll ja nicht nur als Hingucker und nette Spielerei dienen, sondern dem Nutzer auch Vorteile bieten. Und das tut es tatsächlich. Für Alltagsaufgaben kann man das WING wie ein herkömmliches Smartphone benutzen. Hier freut man sich über das gestochen scharfe und sehr helle POLED-Panel (2.460 x 1.080 Px) sowie die ordentliche Performance. LG setzt hier auf den Qualcomm-Prozessor Snapdragon 765G, dem stolze 8 GB RAM zur Seite stehen. Dieser Chip macht das Smartphone dank 5G-Modem nicht nur zukunftsfit, sondern sorgt auch dafür, dass Internetseiten schnell aufgebaut werden, Videos ohne Ladezeiten starten und mehrere Apps (Multitasking) auch zeitgleich flüssig laufen. Letzteres macht sich vor allem im „geöffneten“ Modus positiv bemerkbar. Denn wenn man das Hauptdisplay um 90 Grad dreht, erscheint im unteren Bereich (Sockel) ein weiterer Touchscreen. Dabei handelt es sich um ein 3,9 Zoll Display mit einer Auflösung von 1.240 x 1.080 Px. Im Alltag erweisen sich die beiden Bildschirme als kongeniale Partner. Den Anwendungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. So kann man sich oben beispielsweise ein YouTube-Video ansehen und am Zweitdisplay über dessen Inhalt mit einem Freund chatten. Man muss aber nicht gleich zwei unterschiedliche Apps nutzen, um Vorteile zu erzielen. So lässt sich das untere Display beim Ansehen von Videos auch als eine Art Fernbedienung verwenden, über die man diverse Einstellungen (vor-/zurückspulen, Helligkeit anpassen, lauter/leiser, etc.) vornehmen kann. Ein weiteres Highlight stellt die Kamerafunktion dar. Während man am oberen Monitor das gewünschte Motiv im Blick hat, kann man unten den Blickwinkel verändern, das Zoom bedienen oder zwischen Foto- und Video-Funktion umschalten. Ist das Foto dann gemacht, kann man es im unteren Display bearbeiten  (beschriften, Filter anwenden, etc.). Sobald man mit dem Ergebnis zufrieden ist, klickt man auf speichern und das veränderte Bild erscheint im großen Display. Für Videochats und Selfies hat LG eine Pop-up-Frontkamera entwickelt. Diese fährt bei Bedarf blitzschnell aus der Oberseite aus. Bei einer Videokonferenz hat man am großen Display dann nicht nur seine(n) Gesprächspartner im Blick, sondern auch sich selbst. Darüber hinaus haben wir eine weitere Einsatzmöglichkeit gefunden, an die man nicht sofort denkt. So kann man das WING geöffnet auch so nutzen, dass das große Display vertikal verwendet wird. Dies ist vor allem bei Anwendungen wie Google Maps praktisch. Nutzt man das Smartphone etwa als Navi im Auto, kann man sich die Zielführung wie bei einem normalen Handy im Hochformat anzeigen lassen und hat am seitlichen Zweitdisplay zeitgleich seine Lieblingsmusik im Blick.

     

    Fotos und Videos 

    Zur Hauptkamera selbst wollen wir auch noch einige Worte verlieren. Schließlich ist die Fotoqualität für Käufer von Premium-Smartphones ein ganz entscheidendes Kaufkriterium. Dessen ist sich auch LG bewusst und stattet das WING mit einer Triple-Cam aus. Die Weitwinkel-Hauptkamera (f/1,8) löst mit 64 Megapixel auf. Die 13 MP Ultraweitwinkel-Kamera (f/1,9) bietet einen Bildwinkel von 117 Grad. Diese beiden Objektive sind für die Qualität der Fotos hauptverantwortlich. Und die Kunden werden nicht enttäuscht. Wir konnten das Smartphone zwar nur bei Tageslicht testen, hier war die Fotoqualität jedoch hervorragend. Die Bilder sind extrem scharf und überzeugen mit natürlichen Farben. Und selbst bei Weitwinkelaufnahmen kommt es zu keinen Verzerrungen. Selbst ganz außen sind die Aufnahmen noch detailgetreu. Video-Fans kommen dank der dritten Kamera auf ihre Kosten. Dieses 12 MP Weitwinkelobjektiv wird von LG als "Gimbal Motion Kamera" bezeichnet. Ihr Highlight stellt die aufwendige Bildstabilisierung dar, die tatsächlich funktioniert. Dank der Technologie werden viele Wackler automatisch ausgeglichen, was sich auf die Qualität der Clips natürlich positiv auswirkt. Die bereits erwähnte Pop-up-Frontkamera löst übrigens mit 32 MP auf. Auch sie konnte bei Selfies und Videochats überzeugen. Einen kleinen Kritikpunkt haben wir dann aber doch noch ausfindig gemacht. Denn wenn man Fotos im geöffneten Zustand (T-Form) macht, kann man nicht die volle Auflösung der Hauptkamera verwenden. Das funktioniert nur im geschlossenen Zustand. Wenn man das jedoch weiß, stellt das kein Problem dar. Denn bei Standardfotos reicht auch die geringere Auflösung locker und wenn man tatsächlich einmal eine Spezialaufnahme machen will, verwendet man das WING wie ein normales Smartphone.

    Video zum Thema: LG WING – Smartphone mit drehbarem Display
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    Weitere Erkenntnisse

    Die restliche Ausstattung des WING ist ebenfalls auf Höhe der Zeit. Neben den bereits erwähnten Features bietet das Smartphone einen internen Speicher von 128 GB (erweiterbar bis 2TB), WLAN ac, Bluetooth 5.1, NFC sowie einen Fingerabdrucksensor im Hauptdisplay. Den 4.000mAh Akku können die Nutzer via USB-C 2.0 (3.1 kompatibel) oder kabellos (12 Watt) laden. Mit einer Ladung dürfte man locker über den Tag kommen. Im geöffneten Modus verbraucht das WING zwar etwas mehr Strom, doch für die meisten Alltagsaufgaben wird es ohnehin wie ein herkömmliches Smartphone genutzt werden. Und hier spielt das Zusatzdisplay in Sachen Energieverbrauch keine Rolle. Ausgeliefert wird das Gerät mit Android 10. Ein Update auf Android 11 dürfte in absehbarer Zeit folgen.

     

    Fazit

    Mit dem WING hat LG ebenfalls eine neue Geräteklasse entwickelt, die im Gegensatz zu den Falt-Smartphones jedoch ohne Kinderkrankheiten daherkommt. Das drehbare Display wirkt äußerst solide und ist kinderleicht zu öffnen. Darüber hinaus überzeugt das Smartphone mit seiner sehr guten Ausstattung, einer ordentlichen Performance, dem tollen Hauptdisplay sowie der sehr guten Kameraausstattung. Zudem ist es dank 5G-Unterstützung auch zukunftssicher. Und die Sache mit dem Dreh ist ohnehin ein Alleinstellungsmerkmal, der den Nutzern einen zusätzlichen Mehrwert bietet. Dass LG nicht den allerschnellsten Snapdragon-Prozessor verbaut und kein Wi-Fi 6 an Bord ist, ist locker verschmerzbar. Zumal der Preis vergleichsweise günstig ist. Denn während die günstigsten Falt-Handys rund 1.500 Euro kosten, kostet das WING ohne Vertrag "nur" 1.099 Euro - beim Mobilfunker A1 ist es mit Vertrag ab 99 Euro verfügbar. So viel verlangen andere Hersteller für ihre normalen Flaggschiffe, falls etwas mehr interner Speicher an Bord sein soll. Wer sich mit seinem Smartphone also von der breiten Masse abheben will, findet mit dem LG WING ein Angebot, das trotz neuer Technik völlig ausgereift wirkt.

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