Experten alamiert
Jesus streamt, Moses vloggt: Absurder KI-Trend flutet TikTok
Was wie ein Scherz klingt, ist Realität auf TikTok und Instagram: Künstlich generierte Videos zeigen biblische Figuren wie Jesus, Noah oder Moses als moderne Influencer.
Die Clips wirken wie typische Social-Media-Inhalte der Gen Z – mit Selfie-Kameras, jugendlichem Slang und auf Likes optimierter Inszenierung. Die Plattformen werden derzeit regelrecht überflutet mit solchen KI-Bibel-Videos.
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Wie das Schweizer Medium Blick berichtet, ruft dieser Trend nicht nur Staunen, sondern auch massive Kritik hervor. Denn hinter der vermeintlich harmlosen KI-Unterhaltung verbergen sich ernsthafte Risiken.
KI-Slop mit religiösem Anstrich
Die Videos sind Teil einer breiten Welle sogenannter „KI-Slop“-Inhalte: automatisiert generierte Medien mit meist geringer Qualität, aber hohem viralen Potenzial. Ziel ist einzig, maximale Reichweite zu erzeugen – oft auf Kosten von Fakten oder Ethik. Blick berichtet, dass Plattformen wie Facebook bereits im Vorjahr mit teils grotesken religiösen KI-Bildern geflutet wurden.
Experte schlägt Alarm
Der Luzerner Ethikprofessor Peter G. Kirchschläger warnt im Gespräch mit Blick deutlich vor der Wirkung solcher Formate: „Sogenannte ‚Social Media‘ wurden von Beginn an so konzipiert und geschaffen, dass sie süchtig und abhängig machen.“
Er schlägt deshalb den Begriff „asoziale Medien“ vor. Die KI-Bibelvideos seien ein Paradebeispiel für diese Logik – sie setzen auf bekannte religiöse Motive, um maximale Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Kirchschläger betont, dass der Trend problematisch sei, weil er Grenzen zwischen Unterhaltung, Glauben und Realität verwische. KI-generierte Botschaften würden über Bot-Accounts massenhaft verbreitet und erschwerten so die Unterscheidung zwischen authentischem Inhalt und digitaler Simulation.
Problematische Bildungsfolgen
Fazit: Was als spielerisches Phänomen erscheint, ist in Wahrheit ein weiterer Auswuchs der Like-getriebenen KI-Inhaltsflut – mit unüberschaubaren Folgen für Öffentlichkeit, Ethik und Medienkompetenz.
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