Die neuen eardot next im oe24.at-Test

Heimische AirPods-Gegner

Die neuen eardot next im oe24.at-Test

Wir haben die kabellosen In-Ear-Kopfhörer aus Österreich getestet.

Ende 2019 hat der heimische Kopfhörerspezialist eardot die  zweite Generation seiner kabellosen In-Ear-Kopfhörer  auf den Markt gebracht. Während es beim Start der  ersten eardots  kaum Konkurrenten gab, hat sich die Sache in den letzten beiden Jahren deutlich verändert. Und auch der technische Fortschritt war seither enorm. Es herrschte also durchaus Nachholbedarf. Wir haben uns deshalb die neuen "eardot next" genau angesehen und sie drei Wochen auf Herz und Nieren geprüft. Wie sie sich dabei geschlagen haben, lesen Sie im folgenden Testbericht.

© eardot

Qualitätseindruck

Am ohnehin gelungenen Design hat sich kaum etwas verändert. Optisch ähneln die eardot next eher kabellosen Kopfhörern von JBL als jenen von Apple ( AirPods ) oder Huawei ( FreeBuds ). Die kompakte, minimalistische Form und die gute Verarbeitung kamen während des Tests gut an. Noch wichtiger: Die eardot next halten nun bombenfest im Ohr - einstecken und ein kleiner Dreh und schon sind sie fixiert. Selbst beim Joggen oder im Fitnesscenter sind sie nie herausgefallen. Dabei spielen natürlich auch die mitgelieferten Silikonstöpsel, die in unterschiedlichen Größen verfügbar sind, eine entscheidende Rolle. Diese waren zwar auch bei der ersten Generation an Bord, doch nun ist der Halt deutlich stabiler. Da jeder Ohrstöpsel gerade einmal 4 Gramm auf die Waage bringt, fällt auch der Tragekomfort sehr gut aus. Ein weiterer Pluspunkt ist die  IPX6-Zertifizierung, dank der die eardot next gegen Spritzwasser und Schweiß geschützt sind.

© eardot

Verbindung

Die Inbetriebnahme stellt selbst für Laien kein Problem dar. In der Beschreibung gibt es eine Schritt für Schritt-Anleitung zur Kopplung mit einem Smartphone (iOS & Android), Tablet, Computer oder Smart-TV. Wir haben die eardot next mit einem Android-Smartphone getestet. Die Verbindung wird über Bluetooth 5.0 hergestellt und funktioniert äußerst stabil. Im gesamten Testzeitraum kam es nur zu einer einzigen Unterbrechung. Nach einem neuerliche Ein- und Ausschalten wurde die Verbindung aber wieder automatisch hergestellt und danach lief alles völlig problemlos. Die (stabile) Reichweite liegt bei etwa 10 Metern. Das reicht aus, um sich in der Wohnung oder im Fitnessstudie herumzubewegen, ohne dass das Smartphone dabei stets am Körper getragen werden muss. Das ist vor allem auch dann praktisch, wenn ein Anruf reinkommt. Denn diesen kann man direkt mit den eardot next, die auch als Freisprechfunktion verwendet werden können, annehmen.

© eardot

Sound und Akku

Wichtigstes Merkmal solcher Geräte bleibt jedoch der Sound. Denn auch wenn ansonsten alles passt - Kopfhörer, die beim Klang versagen machen einfach keinen Spaß und werden deshalb auch nicht gekauft. Doch diesbezüglich können wir bei den eardots next ebenfalls Entwarnung geben. Die heimischen Entwickler haben viel Aufwand betrieben, um den Sound gegenüber der ersten Generation (die bereits sehr gut war) zu verbessern. Konkret kommt nun eine neue Membranen-Technologie zum Einsatz. Diese sorgt für einen neutralen Klang, der sich so ziemlich mit jeder Musikrichtung verträgt. Die Höhen und Mitten klingen besonders gut. Beim Bass hätten wir und etwas mehr Druck gewünscht, doch das ist Geschmackssache. Dafür ist die maximale Lautstärke (mehr als) ausreichen. Eine Geräuschunterdrückung ist bei der neuen Generation zwar mit an Bord, doch da sich diese nicht anpassen lässt, kann sie mit einer echten Active Noise Cancelling-Technik wie sie etwa Apple  AirPods Pro  an Bord haben nicht mithalten.. Ein weiteres wichtiges Kaufkriterium ist die Laufleistung. eardot verspricht für eine Vollladung rund fünf Stunden Audiowiedergabe. Wir kamen im Test auf etwas über vier Stunden. Dennoch mussten wir frühestens alle drei Tage an eine Steckdose. Denn im mitgelieferten Case ist ein Akku integriert. Mit dem lassen sich die Kopfhörer bis zu fünfmal vollständig aufladen. Dann kommt man auf eine Gesamtlaufzeit von rund 25 Stunden. Das Ladecase lässt sich wie eine Schublade öffnen und ist sehr kompakt und leicht. Der Schiebemechanismus hinterließ im Test aber einen etwas wackeligen Eindruck. Der Funktionalität tat dies jedoch keinen Abbruch. Ein Nachteil gegenüber einigen Konkurrenzprodukten ist das Fehlen einer kabellosen Ladefunktion. Die eardot next können also nur über das Case aufgeladen werden. Hat man dieses nicht dabei, wenn der Akku leer wird, ist es vorbei mit dem Musikgenuss.

© eardot

Bedienung

Wei bei all diesen Geräten muss man sich auch hier an die "blinde" Bedienung zunächst einmal gewöhnen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hatten wir das Prinzip der eardot next jedoch gut intus und vertippten und nur noch ab und an. Konkret folgt die Bedienung hier so: am rechten Kopfhörer steuert man die Lautstärke und die Sprachsteuerung und am linken Kopfhörer pausiert man und spielt Musik weiter, mit zwei Klicks kommt man zum nächsten Song und mit drei Klicks spielt der aktuelle Song von Anfang an. Mit einem Klick entweder rechts oder links lässt sich die Telefonfunktion der eardots steuern. Sobald ein Anruf hereinkommt oder man einen Anruf tätigen will, verwandeln sie sich in eine Freisprechanlage. Bis auf die Sprachsteuerung hat die Bedienung im Test einwandfrei funktioniert. Dennoch wäre es gut, wenn eardot auch noch eine App auf den Markt bringen würde, mit der man weitere (Fein-)Einstellungen über das Smartphone vornehmen könnte.

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Preis und Fazit

Obwohl die heimische Firma im Vergleich zu den meisten Konkurrenten ziemlich klein ist, hat sie mit den eardot next wirklich gute In-Ear-Kopfhörer auf die Beine gestellt. Bei Klang, Laufleistung, Verarbeitung, Bedienung und Halt können sie selbst mit teureren Geräten mithalten. Kritikpunkte gibt es für das fehlende Wireless-Charging, die Abstinenz einer App den etwas fragilen Schiebemechanismus des Ladecases und der halbherzigen Geräuschunterdrückung. Insgesamt kann man den Kauf der eardot next jedoch empfehlen. Zumal sie mit einem Preis von 159 Euro (UVP) auch diesbezüglich gut positioniert sind.

>>>Nachlesen:  eardot next greifen AirPods, FreeBuds & Co.an

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