Highlights der IFA 2017 im Überblick

Durchsichtiger 4K-TV & Co.

Highlights der IFA 2017 im Überblick

Auf der großen Elektronikmesse zünden die Hersteller ein Neuheiten-Feuerwerk.

Machen Sie es sich gemütlich, die Technik übernimmt: Auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin geben seit Freitag mehr Aussteller als je zuvor auch dem öffentlichen Publikum einen Ausblick auf die digitale Zukunft. Dabei setzt sich der Trend selbst denkender und miteinander verbundener Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte fort, die das Leben angenehmer machen sollen. Doch auch zahlreiche weitere Produkte und Neuheiten stehen im Mittelpunkt der großen Elektronikmesse, die heuer vom 1. bis 6. September über die Bühne geht. Einige von ihnen werden aber schon seit längerer Zeit beschworen (siehe Liste unten).

Riesige OLED-Fernseher

Zugleich wächst der Markt für immer ausgefeiltere Smartphones - wie das LG V30 - und Fernseher. Weil die Preise von TV-Geräten sinken, seien moderne Ultra-HD und die noch teureren OLED-Fernseher immer gefragter. Zugleich werden die Bildschirme größer: Schon 2020 werde weltweit jeder dritte Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von mindestens 150 Zentimetern verkauft, sagt gfu-Präsident Hans-Joachim Kamp. Die Bildschirme werden noch flacher, sind über das Internet permanent erreichbar und dienen als digitale Bilderrahmen für Gemälde oder Urlaubsfotos, wenn sie gerade nicht im Betrieb sind.

Diashow: Die besten Fotos der IFA 2017

Die besten Fotos der IFA 2017

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    Displays erobern Haushaltsgeräte

    Bildschirme haben aber längst das Wohnzimmer verlassen und sind inzwischen auf allen möglichen Haushaltsgeräten zu finden - auf der Waschmaschine oder dem Kühlschrank zum Beispiel. Die Geräte werden zusammen mit künstlicher Intelligenz und der Fähigkeit, sich mit diversen anderen Geräten zu verbinden, Teil des Smart Home - hier dienen neueste Router wie die FritzBox 6890 LTE als Zentrale. Die Hersteller versprechen nicht nur mehr Energieeffizienz und Sicherheit. "Es dreht sich alles um Komfort und Lebensgefühl", sagte Reinhard Zinnkan, Geschäftsführer des Hauhaltsgeräte-Herstellers Miele. "Unser Ziel ist, dass sich jeder wie ein Küchenchef fühlen kann, auch ohne jede Kocherfahrung", sagt Zinnkan über die Küche der Zukunft voller Computerchips, Sensoren und Bildschirmen.

    Smartphone als Steuerzentrale

    Das Mobiltelefon übernimmt die Rolle eines Cockpits, von dem aus Verbraucher ihr digitales Leben steuern und beobachten - egal ob das Zuhause oder den eigenen Körper. Stark nachgefragt sind zudem Wearables: 161 Millionen tragbare Geräte wie intelligente Uhren und Fitnessbänder gehen laut Kamp im laufenden Jahr weltweit über den Ladentisch. Die Berliner Messe profitiert vom Erfolg dieses Markts. Insgesamt werden rund 240.000 Besucher erwartet. Sie bekommen dabei vor allem die neuesten Modelle der Hersteller zu sehen, darunter viele Premieren. "Wir zeigen, was zu Weihnachten die Verkaufsschlager sind", sagt Messe-Berlin-Geschäftsführer Christian Göke.

    Beschworene Trends nehmen Fahrt auf

    • Vernetzte Sprachasisstenten
      Amazon, Google und Microsoft, die schon vor Jahren leistungsstarke Sprachassistenzsysteme für ihre eigenen Produkte entwickelt haben, lizenzieren seit einigen Monaten ihre Dienste auf breiter Front. Auf der IFA sind nun die Ergebnisse zu sehen. Auf vielen Ständen gehorchen Lautsprecher, Fernseher und Haushaltsgeräte auf Amazon Alexa, den Google Assistant oder Microsoft Cortana - siehe z.B. Medion P61110 oder Sony LF-S50G . Nur Apple spielt hier nicht mit. Siri gibt es nur auf den Geräten mit einem Apfel-Logo - wie iPhone, iPad oder (bald schon) HomePod.

    • Virtual Reality (VR)
      VR-Geräte sind schon seit Jahren ein Hype-Thema. Allerdings haben sich bis jetzt nur vergleichsweise wenige User eine VR-Brille zugelegt, auch weil die Systeme von Oculus oder HTC zusammen mit den notwendigen High-End-Rechnern vergleichsweise teuer sind. Microsoft präsentiert auf der IFA zusammen mit fünf Hardware-Partnern unter dem etwas verwirrenden Titel "Windows Mixed Reality" neue VR-Brillen, die nicht soviel kosten und auch nicht so teure PC voraussetzen, aber in ersten Tests eine ganz gute Figur abgeben.
       
    • Smarte Kameras
      Das Internet der Dinge für den Hausgebrauch will auf der IFA das junge Start-up Smartfrog aus Deutschland auf den Weg bringen. Als erstes Produkt zeigt das Unternehmen in Berlin seine smarte Kamera, die in fünf Minuten einsatzbereit sein soll. Ein monatlich kündbares Abo soll die Einstiegsschwelle für die Kunden möglichst gering halten. Smartfrog bietet eine Verschlüsselung und die Speicherung der Aufnahmen in der Cloud. Über eine App kann der Nutzer auch von unterwegs einen Blick ins eigene Heim werfen und wird bei ungewöhnlichen Ereignissen benachrichtigt. Der Markt für solche Kameras ist noch vergleichsweise jung. Auch der israelische Anbieter Canary, einer der Pioniere in dem Bereich, oder Bosch aus Deutschland sind mit ihren smarten Kameras auf der IFA vertreten.
       
    • Smarte Uhren und Fitness-Tracker
      Sogenannte Wearables, am Körper getragene Geräte mit Computer-Funktionen, galten schon einmal als "nächstes großes Ding" in der Unterhaltungselektronik. Doch es gab bis jetzt zu wenig Anwendungen, die einen echten Zusatznutzen für den Verbraucher abgegeben hätten, monierten Marktbeobachter. Frischen Wind in das - immer noch wachsende - Segment will Samsung mit neuen Geräten ( Gear Sport und Gear Fit 2 Pro ) bringen, die der Konzern auf der IFA vorgestellt hat. Sie warten etwa mit Schritt- und Kalorienzähler, einem persönlichen Fitness-Coach oder einer App für das Schwimmtraining auf. In Berlin werben auch Anbieter wie Acer, Fossil oder Fitbit mit neuen Geräten um die Kunden. Auch der Marktführer Apple wird vermutlich in absehbarer Zeit eine neue Apple Watch vorstellen.
       
    • Versteckte Fernseher
      Ultraflache Bildschirme oder Fernseher, die gar nicht als solche wahrgenommen werden, liegen im Trend. Samsung präsentiert in Berlin mit "The Frame" ein Gerät, das sich im Off-Modus in ein Kunstwerk an der Wand verwandelt. Statt als schwarze Fläche den Raum zu dominieren, zeigt es Kunstwerke oder Fotografien, die aus über hundert Motiven ausgewählt werden können. In der Wiener Albertina wurden mit dem Hightech-TV sogar schon Besucher hinters Licht geführt .

      Ein Prototyp von Panasonic vollzieht die Camouflage komplett und stiehlt damit nahezu allen weiteren IFA-Highlights die Show: Das Gerät zeigt sich als transparente Fläche, etwa als eine in den Wohnzimmerschrank integrierte Glasscheibe. Auf Knopfdruck wird daraus ein OLED-TV, das das Fernsehbild in Ultra-HD-Auflösung wiedergibt. Wenn es nach den Wünschen von Panasonic geht, soll die intelligente Glasscheibe künftig an einer Vielzahl von Orten im öffentlichen Raum zu sehen sein, etwa als interaktive Werbeflächen. Wann das Gerät marktreif ist, ist noch offen.

     

    Jetzt wollen die Hersteller unser Gehirn erobern

    Wohin die Reise gehen könnte, darauf gabein Filmchen während der Pressekonferenz einen Ausblick: Nach der Digitalisierung von Sport, Unterhaltung und Wohnen zielen die Unternehmen auf das Gehirn der Konsumenten. Damit die Geräte künftig schon vor dem Verbraucher erkennen, was seine Bedürfnisse sind.

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