So funktioniert die Galaxy Gear

Samsung-Smartwatch

So funktioniert die Galaxy Gear

Computer-Uhr verbindet sich mit Smartphone und hat eine integrierte Kamera.

Samsung hat zum Auftakt der IFA in Berlin ein wahres Produkt-Feuerwerk gezündet. So wurden etwa das Riesen-Smartphone Galaxy Note 3 und die neue Version des Tablet-Computers Galaxy Note 10.1 vorgestellt ( wir berichteten live ). Der eigentliche Star des Abends war jedoch die neue Smartwatch namens "Galaxy Gear". Marktforscher sagen diesen sogenannten "Wearables" eine rosige Zukunft voraus. Kein Wunder, dass auch Microsoft, Apple ( iWatch ) und Google an einer eigenen Computer-Uhr arbeiten. Sony bringt derzeit gerade die zweite Generation seiner Smartwatch auf den Markt. Wir haben uns nun angesehen, was die Galaxy Gear wirklich kann und ob sich ein Kauf lohnt.

Diashow: Fotos von der Samsung Galaxy Gear

Fotos von der Samsung Galaxy Gear

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    Design
    Optisch kann die Galaxy Gear als gelungen bezeichnet werden. Sie wirkt weniger klobig als im Vorfeld der Präsentation vermutet wurde. Zudem ist das hochwertige und dünne Edelstahlgehäuse auch sehr leicht. Konkret ist das Gerät 36,8 x 56,6 x 11,1 Millimeter groß und bringt 73,8 Gramm auf die Waage. Damit auch eine Individualisierung gewährleistet ist, bietet Samsung die Smartwatch mit sechs verschieden farbigen Armbändern an. Das Display lässt sich individuell konfigurieren. Und natürlich wurden auch die Menüstruktur und die kompatiblen Apps an den kleinen Bildschirm angepasst.

    Ausstattung
    Apropos Bildschirm: Samsung stattet die Uhr mit einem 1,63 Zoll (4,1 cm)  großen Touchscreen (Super AMOLED-Technologie) aus, der eine Auflösung von 320 x 320 Px bietet. Das klingt zunächst zwar etwas bescheiden, wenn man jedoch die Größe berücksichtigt, stimmt die grafische Darstellung wieder. Als Antrieb kommt ein 800 MHz-Prozessor zum Einsatz. Weiters gibt es 512 MB RAM und einen 4 GB großen internen Speicher. An Smartphones wird die Galaxy Gear via Bluetooth 4.0 gekoppelt. Im Armband ist eine 1,9 MP-Kamera integriert, mit der auch HD-Videos (720p) aufgezeichnet werden können. Wenn der 315mAh Akku voll geladen ist, soll die Uhr 25 Stunden laufen. Zwei Mikrofone, ein Lautsprecher, Schrittzähler und Gyroscope runden die Ausstattung ab. Für die Funkverbindung ist das kompatible Smartphone zuständig. Die Galaxy Gear verfügt also über keine eigene SIM-Karte.

    Funktionen
    Was kann die Galaxy Gear nun alles? Die Uhr zeigt zum Beispiel E-Mail-Benachrichtigungen, Nachrichten, Erinnerungen oder andere Informationen an. Der Nutzer kann mit ihr auch Anrufe direkt annehmen - es reicht dafür, den Arm mit der Uhr ans Ohr heranzuführen. Dank Spracherkennung kann man per Sprachbefehl einen Anruf starten oder nach dem Wetter fragen. Über eine Partnerschaft mit dem Online-Dienst Evernote lassen sich zum Beispiel Einkaufslisten auf der Uhr abhaken. Für die Bewegungsfunktionen wurden ein Beschleunigungs- und ein Gyro-Sensor eingebaut. Gear verbindet sich drahtlos mit einem Smartphone, um Benachrichtigungen, Nachrichten oder Kontakte zu synchronisieren. Dadurch kann man zum Beispiel eine Nachricht auf der Uhr aufschlagen und dann nahtlos auf dem Smartphone weiterlesen. Mit der Kamera können User immer und überall Aufnahmen machen und diese direkt über die Uhr auf ihren sozialen Netzwerken teilen. Zudem speichert die Funktion "Voice Memo" Gesprächsnotizen am Handgelenk und überträgt diese Tonaufnahmen später in Textform auf die verbundenen Samsung-Geräte. Auch Textentwürfe, neue Kalendereinträge, Alarmeinstellungen oder ein kurzer Wettercheck sind dank der Sprachsteuerung "S Voice" möglich.

    Fazit
    Mit der Galaxy Gear hat Samsung eine ordentliche Smartwatch entwickelt und ist damit Konkurrenten wie Apple, Microsoft oder Google einmal mehr einen Schritt voraus. Das Gerät kommt nämlich bereits am 25. September in den Handel. Dennoch bleibt die Frage, ob man eine solche Computer-Uhr tatsächlich braucht. Schließlich ist sie ohne Smartphone fast nutzlos. Und wenn man das Smartphone, mit dem man ja auch telefonieren, fotografieren oder Schritte zählen kann, ohnehin dabei hat, erschließt sich der Sinn nicht ganz. Dennoch könnte die Galaxy Gear ein Verkaufsschlager werden. Schließlich wollen junge, hippe Menschen immer etwas neues. Und im Freundeskreis kann man mit einer Smartwatch sicherlich Eindruck schinden. Schließlich sind die Dinger derzeit noch nicht gerade weit verbreitet. Für einen Erfolg muss aber auch der Preis passen. Diesen haben die Koreaner noch nicht verraten. Sollten die Kosten im überschaubaren Rahmen bleiben, werden sich sicher zahlreiche Käufer eine Galaxy Gear zulegen. Derzeit ist die Computer-Uhr aber nur mit den neuesten Samsung-Smartphones kompatibel. Hier muss der Konzern schnell nachlegen. Ansonsten dürfte auch die Galaxy Gear ein Nischenprodukt bleiben.

    Fotos von Samsungs IFA-Keynote

    Diashow: Fotos: Samsung Galaxy Gear, Note 3 und Note 10.1

    Fotos: Samsung Galaxy Gear, Note 3 und Note 10.1

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