Smart Home

Vernetztes Eigenheim wird bezahlbar

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Neuer "DECT ULE"-Standard macht die Technologien endlich leistbar.

Für Reiche ist das komplett vernetzte zu Hause schon länger Realität. Für Normalverbraucher blieb das intelligente Heim dagegen ein unerreichbarer Traum. Bis jetzt. Denn die neuesten Smart-Home-Lösungen sind ebenso simpel wie effektiv – und dabei erschwinglich. Möglich macht es ein Standard, der in ähnlicher Form schon seit geraumer Zeit bei Schnurlostelefonen zum Einsatz kommt.

Leistbare Alternative
Bislang war die Rund-um-Vernetzung der eigenen vier Wände vor allem wohlhabenden Menschen vorbehalten. Neben den Anschaffungskosten mussten nicht selten auch hohe Beträge für den Einbau der Komponenten hingeblättert werden. Zwar wurde bereits seit Jahren an kabellosen Lösungen gearbeitet, um das Smart Home einfacher und erschwinglicher zu gestalten. Allerdings erwiesen sich Übertragungswege wie WLAN oder auch Powerline, die in der Unterhaltungselektronik oftmals zum Einsatz kommen, als nur bedingt tauglich. Denn häufig stören sich die unterschiedlichen Geräte wie Smart TV und Mikrowelle gegenseitig, da sie auf derselben Frequenz funken.

Fotos: Smart-Home Anwendungen

Ein DECT ULE-Chip im Größenvergleich mit einem Cent Stück.

Dreh- und Angelpunkt ist ein drahtloser, DECT-fähiger Router. Hier sehen Sie als Beispiel die FritzBox Fon WLAN 7390 im Bild.

In das Smart Home-Netzwerk können zahlreiche Geräte eingebunden werden. Dazu zählen u.a. Rauchmelder,...

...Bewegungsmeler oder...

...intelligente Steckdosen.

Hier ein Smart-Home-Starterkit von Gigaset.

Rasantes Wachstum für drahtlose Smart-Home-Produkte. Bereits 2015 erwarten die Experten der IMS Research knapp 200 Millionen verkaufter Produkte.

„DECT ULE“
Den  Durchbruch könnte nun der neue Funkstandard DECT ULE bringen. DECT besitzt einen eigenen Frequenzbereich, sodass Interferenzen mit WLAN und anderen Funknetzen ausgeschlossen sind. Dies ist auch einer der Gründe dafür, dass DECT bereits seit Langem erfolgreich bei Schnurlostelefonen eingesetzt wird. Mit DECT ULE können allerdings wesentlich mehr Produkte und mit großer Reichweite störungsfrei und sicher vernetzt werden als mit dem bisherigen DECT Standard. Zudem ist DECT ULE energiesparender – ein besonders wichtiger Punkt im Smart-Home-Bereich.

Da es sich bei DECT ULE um einen offenen Standard handelt, lassen sich die Produkte und Komponenten von verschiedenen Herstellern leicht miteinander kombinieren. Zudem können teilweise bereits vorhandene Geräte genutzt werden, sodass Anschaffungskosten entfallen. Denn mitunter reicht schon ein Software-Update seitens der Hersteller, um die Produkte daheim ULE-fähig zu machen.

Genau zu diesem Schritt hat sich unlängst die Deutsche Telekom entschieden, was dem neuen Standard einen ordentlichen Schub verleihen dürfte. „ULE ist nicht einfach nur eine weitere Technologie im wachsenden Markt der Smart-Home-Anwendungen“, betont Dirk A. Böttger, Vizepräsident, Terminal Management Fixed Line, Deutsche Telekom. „Die herausragende Reichweite, der störungsfreie Betrieb und die Möglichkeiten der Selbstinstallation machen ULE zur idealen Plattform für ein intelligenteres Zuhause. Millionen von Deutsche-Telekom-Gateways profitieren bereits von der DECT-Konnektivität, und die meisten davon können problemlos für ULE und Smart-Home-Anwendungen bereit gemacht werden“, so Böttger weiter. Erforderlich sei lediglich ein automatisches Firmware-Update, das keine Unterbrechung der Telekom-Dienste zur Folge habe.

>>>Nachlesen: oe24.at-Serie - So vernetzen Sie Ihr Eigenheim

ULE-Allianz
Die unabhängige Organisation „ULE Alliance“ arbeitet bereits daran, weitere Provider und Hersteller von den Vorteilen von DECT ULE zu überzeugen. Und auch der weltweit größte Branchenverband für Machine-to-Machine-Kommunikation, die „M2M Alliance“, sieht in DECT ULE eine der Schlüsseltechnologien für Smart-Home-Komponenten wie Rauchmelder und Jalousien.

Heimnetz-Spezialisten bereits gerüstet
Zu den Herstellern, die bereits auf DECT ULE setzen, gehört z.B. Gigaset mit seinem sensorbasierten System „Gigaset Elements“. Das „Safety Starter Kit“ besteht neben einer Basisstation und einer App für Smartphones aus zwei DECT-ULE-basierten Sensoren: dem Türsensor „Door“ und dem Bewegungsmelder „Motion“. Als Schnittstelle zwischen Wohnung und Smartphone dient eine eigene Cloud.

Freuen können sich zudem Besitzer einer FritzBox mit DECT-Basisstation. Für seine aktuellen Geräte bietet Hersteller AVM ein kostenloses Firmware-Update an, dass die Router fit fürs Smart Home macht. Darüber hinaus wurde das Sortiment mit der schaltbaren und von unterwegs steuerbaren Steckdose FritzDect 200 erweitert, die auch den Verbrauch angeschlossener Geräte wie Lampen, Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik misst. Die intelligente Steckdose, die sowohl von einem Computer aus als auch über das eigene Smartphone oder Tablet gesteuert werden kann, ist zudem im FritzPowerline 546E integriert. Die Steckdose bietet verschiedene Einstellmöglichkeiten wie individuelle Zeitpläne, lässt sich aber auch mit einem Google-Kalender verbinden oder auf Sonnenaufgang und -untergang einstellen.

Weitere Anwendungsbereiche folgen
Bis selbst die Heizung oder Klimaanlage einfach in das Heimnetzwerk integriert werden kann, könnte es noch ein wenig dauern. Doch die Zeit von teuren Insellösungen für eine große Bandbreite an Smart-Home-Anwendungen gehört dank DECT ULE der Vergangenheit an.

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Fotos: Smart-Home Anwendungen

Ein DECT ULE-Chip im Größenvergleich mit einem Cent Stück.

Dreh- und Angelpunkt ist ein drahtloser, DECT-fähiger Router. Hier sehen Sie als Beispiel die FritzBox Fon WLAN 7390 im Bild.

In das Smart Home-Netzwerk können zahlreiche Geräte eingebunden werden. Dazu zählen u.a. Rauchmelder,...

...Bewegungsmeler oder...

...intelligente Steckdosen.

Hier ein Smart-Home-Starterkit von Gigaset.

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