PC-Einbruch setzt Microsoft stark zu

Auch Surface schwächelt

PC-Einbruch setzt Microsoft stark zu

Operativer Gewinn sank im vierten Quartal um 24 Prozent.

Die Verdrängung klassischer Computer durch Tablets und Smartphones deckt die Schwächen von Microsoft immer mehr auf. Die Versäumnisse der vergangenen Jahre haben Spuren in der Bilanz des abgelaufenen Quartals hinterlassen und dem US-Konzern ein Minus von 24 Prozent beim Betriebsgewinn eingebrockt. Der weltgrößte Software-Hersteller hat die Abkehr von herkömmlichen PCs verschlafen und hechelt nun bei mobilen Geräten den starken Konkurrenten Apple und Google hinterher. "Wir wissen, dass wir besser werden müssen", sagte Finanzchefin Amy Hood, die erst seit Mai im Amt ist.

Surface-Verkäufe stocken
Im vierten Geschäftsquartal (per Ende Juni) musste Microsoft 900 Mio. Dollar (687,4 Mio. Euro) auf die unverkauften Bestände seines Tablets Surface abschreiben. Das Gerät ist zeitgleich mit dem Betriebssystem Windows 8 im Oktober eingeführt worden und erweist sich als Ladenhüter, während Konkurrenz-Produkte massenhaft gekauft werden. Zum Vergleich: Apple hat bereits im Mai 2010 mit dem iPad dem Tablet zum Durchbruch verholfen. Anfang der Woche gab es für das Surface-Tablet deshalb auch eine drastische Preissenkung .

Anleger reagierten enttäuscht auf die Quartalszahlen, mit denen der Konzern bei Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen verfehlte. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um fünf Prozent. Allerdings gehört das Papier mit einem bisherigen Jahresplus von 32 Prozent zu den Gewinnern des Marktes. Der S&P-Index hat dagegen nur um 19 Prozent zugelegt. "Soweit ich mich erinnern kann, ist das der größte Fehlschuss, den wir jemals bei Microsoft erlebt haben. Es sieht aus, als sei alles schwach gewesen", sagte Analyst Brendan Barnicle von der Investmentbank Pacific Crest Securities.

Windows 8.1
Im weiteren Jahresverlauf muss Microsoft unter Beweis stellen, dass die früheren Glanzzeiten nicht dauerhaft der Vergangenheit angehören. Es stehen viele Veränderungen an: Der Konzern will sich komplett umstrukturieren und eine aktualisierte Version von Windows 8 ( Windows 8.1 ) auf den Markt bringen, die die vor allem für berührungsempfindliche Computer programmierte Software wieder stärker für alle Geräte öffnet. Zwar verkaufte Microsoft bereits mehr als 100 Millionen Windows-8-Lizenzen, doch konnte das Betriebssystem damit nicht die hohen Erwartungen erfüllen.

Vor allem dank eines guten Absatzes der Büro-Software Office stieg der Umsatz im vierten Quartal um 10 Prozent auf 19,9 Mrd. Dollar. Der Markt hatte sich allerdings auf 20,7 Mrd. Dollar eingestellt. Unterm Strich stand ein Gewinn von annähernd 5,0 Mrd. Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Microsoft wegen einer hohen Abschreibung auf die zugekaufte Online-Werbefirma Aquantive einen Verlust von rund einer halben Milliarde Dollar ausgewiesen.

Übers Geschäftsjahr gesehen stieg der Umsatz um 6 Prozent auf 77,85 Mrd. Dollar, der Gewinn vor Steuern kletterte auf 26,76 Mrd. Dollar (21,76 Mrd. ein Jahr zuvor).

Konzernumbau
Microsoft-Chef Steve Ballmer (Bild oben) hatte erst in der vergangenen Woche den größten Konzernumbau seit fünf Jahren angekündigt . Produkte und Dienstleistungen sollen künftig im Mittelpunkt stehen, Programme schneller an die Kunden gebracht werden. Die Ankündigung lässt vermuten, dass sich Microsoft stärker auf das - mit Ausnahme der Spielekonsole Xbox - bisher nicht sehr erfolgreiche Hardware-Geschäft konzentrieren will.

Das Unternehmen macht nach wie vor den Großteil seines Umsatzes mit Software. Neun von zehn herkömmliche Computer laufen mit Windows. Da jedoch immer weniger davon verkauft werden, setzt Microsoft zwangsläufig weniger Betriebssysteme ab und hat bisher noch keine entsprechend große neue Einnahmequelle gefunden. Der PC-Absatz war in den vergangenen Quartalen um jeweils mehr als zehn Prozent abgestürzt.

>>>Nachlesen: Microsoft Smart Watch wird durchsichtig

Fotos: Lumia 1020 mit Windows Phone 8

Diashow: Fotos vom neuen Nokia Lumia 1020

Nokia-Chef Elop ließ es sich nicht nehmen, das neue Lumia 1020 persönlich vorzustellen.

Absolutes Highlight des Geräts ist die "PureView"-Kamera, die eine Auflösung von 41 MP bietet.

Bedient wird das Lumia 1020 hauptsächlich über das 4.5-Zoll-AMOLED-Display (1280 x 768 Px).

Eine eigene "Camera"-App soll die User beim Fotografieren unterstützen. Die Steuerung erfolgt über ein radiales Menü.

Als Prozessor kommt der Dual-Core Snapdragon S4-Chip mit 1,5 Ghz aus dem Lumia 925 zum Einsatz, dem ein Arbeitsspeicher von 2 GB zur Seite steht.

Ähnlich wie bei guten Digicams gibt es zahlreiche manuelle Einstellungen wie ISO-Wert, Weißabgleich, Fokus oder Verschlusszeit.

Das Lumia 1020 ist 130,4 x 71,4 x 10,4 Millimeter groß und bringt 158 Gramm auf die Waage.



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