Regierung macht bei Porno-Filtern Ernst

Pläne werden konkret

Regierung macht bei Porno-Filtern Ernst

Erwachseneninhalte sollen in Österreich generell geblockt werden.

Im Februar hat die Regierung aus ÖVP und FPÖ eine große Offensive beim Jugendschutz angekündigt. Neben Maßnahmen wie ein Rauchverbot bis 18 oder die bundesweite Vereinheitlichung des Jugendschutzes spielt dabei auch der Umgang von jungen Österreichern mit dem Internet eine große Rolle. Für diesen Bereich sind u.a.  auch Pornofilter angedacht .

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"Auch bei uns wünschenswert"

Da Kinder und Jugendliche immer häufiger mit erwachsenen oder gewaltverherrlichenden Inhalten in Berührung kommen, nimmt dieses Thema wieder Fahrt auf. Medienkompetenz alleine würde dabei nicht reichen. Deshalb sollen derartige Inhalte mittels Filtern generell geblockt werden. In Großbritannien gibt es solche Pornofilter schon länger. Eine derartige Blockade wäre auch in Österreich wünschenswert, sagte die ÖVP-Abgeordnete Gudrun Kugler gegenüber dem „Standard“ (Online-Ausgabe). "Wir sehen, dass andere Länder den Schutz von Kindern vor Pornografie bereits vorangetrieben haben – und dass Eltern damit zufrieden sind", so Kugler.

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So funktioniert´s

In Großbritannien werden die Pornofilter von den Providern für Erwachsene nur auf ausdrücklichen Wunsch ausgeschaltet. Offiziell handelt es sich dabei um eine freiwillige Maßnahme. Die Einführung geschah aber nur aufgrund des Drucks der britischen Regierung. An dem System gibt es aber auch Kritik, da von den automatischen Filtern immer wieder auch Webseiten, die über harmlose bzw. gesellschaftlich relevante Themen wie sexuelle Orientierung oder Geschlechtskrankheiten aufklärten, geblockt werden. Dieses "Overblocking" ist jedoch nicht im Sinne des Erfinders.

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Pläne im Regierungsprogramm verankert

Im österreichischen Regierungsprogramm ist ebenfalls von einem Modell die Rede, mit dem Jugendliche vor pornografischen Inhalten geschützt werden sollen. Konkretisiert wurde der geplante Filter aber (noch) nicht. Hier spricht aus technischer Sicht jedoch vieles für ein Modell nach englischem Vorbild. Dann könnten auch bei uns Internetpornos nur noch auf ausdrücklichen Wunsch von Erwachsenen freigeschaltet werden. Unter 18-Jährige könnten eine solche Freischaltung bei den Providern nicht beantragen.

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