So erkennt man Social-Media-Sucht

Immer mehr Teenies betroffen

So erkennt man Social-Media-Sucht

Forscher zeigen, ab wann junge User von Facebook, Snapchat, Instagram & Co. abhängig sind.

Wie berichtet, wurde diese Woche in Deutschland eine aktuelle Studie veröffentlicht, die zeigt, dass immer mehr  Kinder und Jugendliche Social-Media-süchtig sind . Die Auswertung bezog sich zwar auf unser Nachbarland, doch die Forscher haben die Untersuchung anhand von allgemein gültigen Kriterien durchgeführt und damit auch gezeigt, wie man erkennen kann, ob jemand von Facebook, Instagram, Snapchat und Co. abhängig ist. Diese Merkmale sind natürlich weltweit gültig. Wir haben die Anzeichen für eine Social-Media-Sucht bei Teenies noch einmal zusammengefasst.

Kriterien für Suchtverhalten

  • Zu den Kriterien für Social-Media-Sucht zählen die Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters ein ständiges Denken an Freunde-Netzwerke oder Messenger-Dienste im Internet - selbst in der Schule und in der Lehre. Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe oder Traurigkeit, wenn das Handy oder andere Empfangsgeräte nicht in der Nähe sind.
     
  • Unter Kontrollverlust verstehen die Wissenschafter, dass Teenager unfähig sind, ihre Zeit für soziale Medien selbst zu begrenzen. Auch ihr Verhalten kann sich ändern: Kinder und Jugendliche verlieren zum Beispiel das Interesse an Hobbys. Sie lügen über das Ausmaß ihrer Nutzung sozialer Medien und riskieren Freundschaften, Schulerfolg oder Karrierechancen für ihr Online-Dasein.
     
  • Alle jungen User, auf die diese Eigenschaften zutreffen, gelten laut den Forschern als Social-Media-süchtig. Hier sei schnelle und professionelle Hilfe ratsam. Je früher man ein Suchtverhalten erkennt, umso besser stehen die "Heilungschancen".

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Ergebnisse

Hier folgen nun noch einmal die genauen Ergebnisse der in Deutschland durchgeführten Studie. Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (85 Prozent) ist jeden Tag insgesamt knapp drei Stunden in sozialen Medien unterwegs - Mädchen mit 182 Minuten etwas häufiger als Buben (151 Minuten). Maturanten verbringen etwas weniger Zeit online (149 Minuten) als Teenager mit mittlerem oder niedrigerem Schulabschluss (207 Minuten). Am häufigsten nutzen die Befragten WhatsApp (66 Prozent), vor Instagram (14 Prozent), Snapchat (neun Prozent) und Facebook (zwei Prozent).

Wegen der hohen Nutzung sozialer Medien kommt es bei sechs Prozent der befragten jungen Leute häufig zu Streit mit ihren Eltern. Bei 16 Prozent gibt es manchmal Auseinandersetzungen. Je jünger die befragten Buben und Mädchen sind, desto öfter kracht es. 14 Prozent der Zwölf- und 13-Jährigen nutzen soziale Medien deshalb oft heimlich.

Knapp jeder fünfte Zwölf- bis 17-Jährige gibt an, wegen der Social-Media-Nutzung manchmal zu wenig zu schlafen (17 Prozent). Bei sechs Prozent kommt dies sehr häufig oder häufig vor. Je älter die befragten Buben und Mädchen sind, umso eher geben sie an, manchmal wegen sozialer Medien zu wenig zu schlafen. Unter allen befragten Teenagern ergaben sich durch die Antworten für Forscher bei acht Prozent Hinweise auf eine depressive Neigung. Auffällig war, dass jeder dritte Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

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