So fies zocken Anbieter die Online-Käufer ab

Personalisierte Preise

So fies zocken Anbieter die Online-Käufer ab

Preisvergleich im Internet ist laut aktuellem AK-Test ein Glücksspiel.

Schnell im Internet den Preis eines Produktes beim Mitbewerber checken? Klingt gut, funktioniert laut Arbeiterkammer (AK) aber nicht gut. Ganz im Gegenteil, wie viel ein Produkt kostet, wechselt oft innerhalb von Minuten - und ist nicht zuletzt davon abhängig, von welchem Endgerät aus die Ware geordert wird, warnen die Verbraucherschützer. Besonders prekär: Immer öfter sind die Preise sogar personalisiert. Getestet wurden die Websites von Amazon, Lufthansa, Air Berlin, Austrian Airlines , Opodo, Booking.com und Heine-Versand.

Test mit diversen Geräten an unterschiedlichen Orten

Konkret hat die AK an sechs Tagen 33 Preisabfragen von über 20 verschiedenen Endgeräten, nämlich stationären PCs, Laptops, Notebooks, (Android-)Smartphones, iPhones und iPads, die über Wien, Niederösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol und die deutsche Stadt Düsseldorf (ein Laptop) verteilt waren, durchgeführt und ist zu folgender Erkenntnis gelangt: Die Preise sind, vor allem bei Dienstleistungen wie Hotel- und Flugbuchungen, sehr intransparent. Sie änderten sich teilweise innerhalb von fünf Minuten (etwa bei der AUA um 80 Euro) oder waren unterschiedlich je nach Endgerät, mit dem die Preise abgefragt wurden.

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Opodo besonders intransparent

Spitzenreiter in Sachen Preis-Intransparenz sei die Flugbuchungsplattform Opodo gewesen. Je nach Erhebungstag habe es bei konkreten Flügeabfragen bis zu neun unterschiedliche Preise und Preisdifferenzen von bis zu rund 167 Euro gegeben. Es kann aber auch bei Opodo nicht gesagt werden, dass der angezeigte Preis bei Abfrage mittels iPhone teurer wäre als bei Abfrage mittels eines stationären PC, so die AK. Meist wurde sogar der günstigste und teuerste Preis jeweils über ein anderes iPhone abgefragt.

Österreicher zahlen bei Heine 100 Euro mehr als Deutsche

Bei Booking.com gab es Preisdifferenzen bei zwei von acht abgefragten Hotels (etwa Madrid je nach Erhebungstag und Endgerät von bis zu 154,35 Euro oder elf Prozent). Bei den anderen Hotels gab es lediglich reine Rundungsdifferenzen. Nur beim Heine-Versand war laut der AK bei allen fünf abgefragten Produkten der Preis auf der österreichischen Webseite um bis zu 100 Euro (6,7 Prozent) teurer als auf der deutschen. Preisschwankungen im Zeitverlauf über die zwei Erhebungswochen konnten bei Amazon (bis zu elf Euro), Lufthansa (bis zu 40 Euro), Air Berlin (bis zu 130 Euro), AUA (bis zu 160 Euro), Opodo (bis zu 113,40 Euro) und Booking.com (bis zu 232,35 Euro) festgestellt werden.

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Preise immer personalisierter

"Bei unserer Erhebung im Vorjahr konnte noch keine personalisierte Preisdifferenzierung festgestellt werden. Jetzt schon. Das ist eine bedenkliche Entwicklung", kritisiert AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser fordert: "Dieser undurchsichtigen Praxis im Online-Handel muss sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene ein Riegel vorgeschoben werden."
 

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