Auch diese Stars sind betroffen

Volkskrankheit Diabetes

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Die Folgen von Diabetes können tödlich sein

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Alle 50 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch an den Folgen (Herzinfarkt und Schlaganfall) des Diabetes – hochgerechnet auf ein Jahr sind das 10.000 Menschen. Jährlich erblinden in Österreich 200 Menschen als Folge des Diabetes mellitus. In Mitteleuropa ist die Zahl der Diabetiker seit 1998 um rund 40 Prozent gestiegen. Derzeit gibt es in Österreich 600.000 Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind – Tendenz steigend. So werden es im Jahr 2030, vorsichtig geschätzt, mehr als 800.000 Erkrankte sein. Diese Zahlen sprechen für sich: Diabetes mellitus, übersetzt „honigsüßer Durchfluss“, ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels mit gravierenden Folgen.

Die Erfahrungen der Stars mit Diabetes 1/6
Tom Hanks (59)
Seit 2013 lebt der Schauspieler nun mit der Diagnose  Diabetes Typ 2. „Die Krankheit“, so Hanks, „ist derzeit gut kontrollierbar.“

Was ist Diabetes?
Diabetes mellitus, im Volksmund auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet, betrifft weltweit rund 366 Millionen Menschen. Es handelt sich um eine Stoffwechselkrankheit, die auf Insulinmangel und -resistenzen beruht und durch einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet ist. ­Diabetes ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Begleit- und Folgeerkrankungen verbunden. Doch meist ist Diabetes kein Schicksal.
Formen der Erkrankung
Mit 85 bis 90 Prozent ist Diabetes Typ 2 die häufigste Form der Zuckerkrankheit, die auf Insulinresistenzen, die der Körper meist über Jahre aufgebaut hat (s. Kasten Seite 13), zurückzuführen ist – diese Form wird auch als Altersdiabetes bezeichnet. Übergewicht, hoher Blutdruck und hohe Blutfettwerte sowie Bewegungsmangel begünstigen die Entstehung über einen längeren Zeitraum. Anders bei fünf bis zehn  Prozent der Diabetiker. Sie leiden an Diabetes Typ 1 – einer Autoimmunkrankheit, die insulinproduzierende Zellen zerstört und so zu einem absoluten Insulinmangel führt. Eine weitaus seltenere Form ist der Schwangerschaftsdiabetes. Im Zuge der Schwangerschaft liegt eine hormonell bedingte Unempfindlichkeit gegenüber dem Insulin vor. Die Folge: Eine krankhafte Glukosetoleranz, bei der die Blutzuckerwerte zu hoch sind. Nach der Schwangerschaft normalisiert sich die Glukosetoleranz normal wieder, ein erhöhte Risiko, an Diabetes Typ 1 oder 2 zu erkranken, bleibt. Mehr dazu erfahren Sie im Lexikon ab Seite 36. Ebenfalls sehr selten ist der sekundäre Diabetes, der sich als Folge einer anderen Krankheit, wie Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, hormonelle Erkrankungen, langjährige Medikamenteneinnahme und genetische Defekte, entwickelt.

Prim. Dr. Claudia Francesconi im Gespräch 1/3
Unbemerkte Gefahr – was macht Diabetes eigentlich so gefährlich?

Prim. Dr. Claudia Francesconi: Wir sprechen hier vom Diabetes Typ 2, der deshalb so gefährlich ist, weil er unbemerkt auftritt und zumindest in der Anfangsphase keine Beschwerden auftreten. Wird vom Arzt die Diagnose gestellt, auch bei Früherkennung, haben meist schon Veränderungen wie Fettsoffwechselstörungen kombiniert  mit Bluthochdruck stattgefunden, die zu Veränderungen in den Gefäßen führen. Deshalb wird der Diabetes häufig erst im Zuge der Diagnose anderer Erkrankungen wie der Koronaren Herzkrankheit oder eines Herzinfarkts erkannt, da arteriosklerotische Veränderungen in den Gefäßen bedingt durch die basale Stoffwechselstörung bereits vor der Manifestation des Diabetes auftreten.


Vorsorgemaßnahmen

Diabetes Typ 2 entwickelt sich meist über einen längere Zeitraum – die Gefahr: Der Krankheitsverlauf bleibt meist unbemerkt. Wer allerdings bei ersten Anzeichen im Stadium des Frühdiabetes, der Vorstufe zum „echten“ Diabetes, gegensteuert, kann durch kleine Lebensstiländerungen Großes bewirken und die endgültige Erkrankung in 60 Prozent der Fälle abwenden. Anders beim Diabetes Typ 1, dessen Entstehung nicht beeinflussbar ist. Doch auch hier ist eine rasche Diagnose nötig, um eine adäquate Behandlung und Therapie zu gewährleisten. Wie Sie Risikofaktoren erkennen und der Krankheit gegensteuern sowie den großen Diabetes-Risiko-Test, finden Sie ab Seite 14.
Symptome bei Diabetes
Bei Typ 1 entwickeln sich die Symptome relativ rasch, bei Typ 2 dagegen über Monate und Jahre. Die häufigsten Symptome für beide Typen sind:
  • vermehrtes Harnlassen
  • starkes Durstgefühl
  • Flüssigkeits- und Gewichtsverlust
  • Störungen des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts
  • Schwäche und Schwindel
  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • schlechte Wundheilung
  • rezidivierende Harnwegsinfekte
  • Juckreiz
  • diabetisches Koma


Diagnose & Therapie
Um eine aussagekräftige Diagnose zu stellen, werden zunächst einige Werte erhoben und Tests durchgeführt: Gelegenheitszucker, Nüchternblutzucker, oraler Glukose-Toleranztest und das Hömoglobin A1c – diese Tests und Werte sorgen für Klarheit. Stellt der Arzt fest, dass die Bauchspeicheldrüse kein Insulin produzieren kann (Typ 1), muss dieses lebenslang, optimal an die Nahrungszufuhr angepasst, gespritzt werden. Bei Typ 2 helfen Medikamente, die Insulinausschüttung zu erhöhen – oder besser: Sie lassen es gar nicht erst so weit kommen …

Blutzuckerregulierung

Insulin
Insulin
© Getty Images

INSULIN - Ist die körpereigene Blutzuckerregulierung gestört, weil die Beta-Zellen kein Insulin produzieren, wird dieses gespritzt.

Langerhans-Inseln:
Die Langerhans-Inseln sind inselförmig angeordnete Zellverbände der Bauchspeicheldrüse, deren Aufgaben es sind, Hormone wie Insulin und Glukagon zu produzieren. Durch die Ausschüttung dieser Hormone sind die Inselzellen maßgeblich an der Regulierung der Glucosekonzentration im Blut beteiligt.  Innerhalb der Inseln lassen sich verschiedene Zelltypen unterscheiden (siehe Grafik unten):

1. A-Zellen (rosa)
Die Alpha-Zellen produzieren das Hormon Glukagon, das den Zuckerspiegel erhöht.

2. B-Zellen (gelb)

Zwei Drittel der Beta-Zellen sind an der Insulinproduktion beteiligt, jenes Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt.

3. D-zellen (lila)
Die Delta-Zellen produzieren das Hormon Somatostatin, das die Ausschüttung von Magensäure hemmt.

4. PP-Zellen (blau)

Nur wenige Zellen gehören zum C- oder PP-Typ. PP-Zellen bilden das pankreatische Polypeptid, das ein Sättigungsgefühl vermittelt.

Insulin
Insulin
© Getty Images

Wie unterscheiden sich Typ 1 & Typ 2? 1/2
Typ 1 (Jugenddiabetes)
Fünf bis zehn Prozent aller Diabetes-Patienten in Österreich sind Typ-1-Diabetiker – das sind ca. 30.000 Personen. Bei dieser Form handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) des Immunsystems, die eigentlich der Bekämpfung krank machender Keime dienen, richten sich aus bislang ungeklärten Gründen plötzlich gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und zerstören diese.
Da nur noch wenig und irgendwann gar kein Insulin mehr produziert wird (absoluter Insulinmangel), kann der Körper und seine Zellen die Energie, die er über das Blut zugeführt bekommt, nicht mehr abbauen und den Organen und Muskeln als Energie zur Verfügung stellen – der Zucker bleibt somit im Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt (Hyperglykämie).
Der absolute Insulinmangel kann bis zur Ketoazidose, einer lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung führen.
Oft entsteht Diabetes Typ 1 bereits im Kindes- und Jugendalter.
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