David Pountney

Bregenzer Festspiele

Ära Pountney geht zu Ende

In "elf wunderbaren Jahren" wurden rund 2,3 Millionen Besucher begrüßt.

Am Montag findet die letzte Aufführung der elfjährigen Ära Pountney bei den Bregenzer Festspielen statt. Dann werden rund 2,3 Millionen Besucher Veranstaltungen seiner Intendanz gesehen haben. "Es waren elf wunderbare Jahre", sagt der sympathische Brite mit dem Hang zum extravaganten Auftritt. Doch dass er nun geherzt, gelobt und mit Orden behängt verabschiedet wird, war nicht immer absehbar.

Lachendes und weinendes Auge
David Pountney, der 1989 als Regisseur des "Fliegenden Holländer" erstmals in Bregenz arbeitete und sich nun nichts sehnlicher wünscht, als wieder auf der Seebühne inszenieren zu dürfen (" Es ist eine so große Freude, hier zu arbeiten. Ich liebe die Freiheit, die Proportionen hier immer wieder neu zu bestimmen"), war zwischendurch durchaus umstritten. Pountney verantwortet die künstlerische Leitung seit 2004. 2006 wurde sein Fünfjahresvertrag bis 2013 verlängert, bei einer Neuausschreibung bewarb er sich neuerlich - zur Überraschung des damaligen Festspiel-Präsident Günter Rhomberg. Nach einigen Hin und Her (inklusive einer Kurzzeitnachfolge durch Roland Geyer, der jedoch wieder zurückzog), wurde 2014 als Abschiedsjahr vereinbart, ehe mit Jahreswechsel die Grazer Opernintendantin Elisabeth Sobotka übernimmt.

Pountney, 1947 in Oxford geboren und 2011 zum Intendanten der Welsh National Opera in Cardiff berufen, hat die Dualität der Cashcow Seebühne und dem Experimentierfeld Festspielhaus nicht erfunden, aber die "Wopmann-Doktrin" (benannt nach seinem Vorgänger Alfred Wopmann, der 1983 bis 2003 die Festspiele leitete) vorbildlich ausgebaut. "Kunst finanziert Kunst, das ist unser Algorithmus", formuliert der seit 2012 amtierende Festspiel-Präsident Hans-Peter Metzler das Credo, das Pountney vorbildlich mit Inhalten füllte.

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