Nova Rock wird zum 2G-Regel-Festival

Veranstalter appelliert an Politik

Nova Rock wird zum 2G-Regel-Festival

Am 11. 9. steigt ''Nova Rock''. Mit ''zukunftsweisenden'' Corona-Regeln.

Musik. „Wenn die Regierung dieses Festival jetzt nicht mehr passieren lässt, dann will man die Jugendkultur verhindern!“ Nach der „völlig unverständlichen“ Absage des Frequency Festival geht Top Veranstalter Ewald Tatar jetzt mit Nova Rock Encore in die Offensive. Am 11. September sollen in Wr. Neustadt 25.000 Fans mit u.a. Seiler & Speer, den ESC-Sieger Måneskin oder Parov Stelar abfeiern.

2G, 48 Stunden PCR-Test. Alles unter strengeren Auflagen, als die Regierung aktuell vorgibt: „Es gilt die 2G Regel: geimpft oder getestet. Mit PCR Test die höchstens 48 Stunden alt sind,“ erklärt Tatar das „einzigartige Präventionskonzept“ für das er nun auch Public-Health-Experten Hans-Peter Hutter und Simulationsforscher Niki Popper engagierte. „Es geht bei diesem ‚Flaggschiff‘-Event auch darum zu zeigen, wie es dann im Herbst und Winter funktionieren kann. “

Akzente. Mit Nova Rock will Tatar auch Impf-Akzente setzten. „Schon für Frequency wären 70 Prozent der potenziellen Besucher dafür bereit gewesen.“

Ansage: Nur die Mär vom Superspreader-Event weist Tatar entschieden von sich: „Wir hatten bislang nicht die Chance überhaupt zu einem Superspreader-Event zu werden, weil ja alles abgedreht worden ist. Aber wir werden beweisen dass Nova Rock kein Superspreader Festival sein wird. Das hat ja auch das Szene Open Air in Lustenau gezeigt. Wo es bei 7.000 Besucher gerade mal zwei positive Fälle gab.“

Tests für alle. Für Impfkoordinator Herbert Weltler wäre trotzdem ein noch radikaler Schritt möglich: „Im letzter Konsequenz könnte man Nova Rock auch mit einer 1G-Regel abhalten. Dass sich alle Besucher testen müssen!“

Tatar: Bei Absage würde Regierung "Jugendkultur verhindern"

Veranstalter Ewald Tatar im Interview mit ÖSTERREICH:

ÖSTERREICH: Beim Nova Rock Encore am 11.September im Wiener Neustadt gilt jetzt die 2G Regel. Weil sie der Regierung vorgreifen?

Ewald Tatar: Es geht nicht darum der Regierung vorzugreifen, sondern Akzente zu zu setzen und vor allem aufzuzeigen wie es funktionieren kann. Ja man bekommt von der Politik keine Ansagen. Das ist ganz klar. Wir wollen jetzt die Ansage liefern: wie es auf einer sicheren Basis passieren kann und das nicht nur für das Nova Rock Encore. Es geht bei dieser Veranstaltung darum zu zeigen, wie es auch im Herbst und Winter funktionieren kann. Nämlich, dass Konzerte stattfinden können. Das lassen wir uns auch Wissenschaftlich und Medizinisch betreuen. Mit Top Wissenschaftlern wie Hans-Peter Hutter oder Niki Popper. Es war mir wichtig Akzente zu setzten und wieder etwas auf die Beine zu stellen das Seinesgleichen sucht.

ÖSTERREICH: Mittlerweile hat es den Anschein, dass sie nicht Konzerte veranstalten sondern sich vielmehr um Rahmenbedingungen dafür kümmern?

Tatar: Ja natürlich. Es ist ja auch so, dass wir „relativ viel Zeit dafür“ haben. Weil wir immer wieder Veranstaltungen zu unrecht abgedreht bekommen und jetzt ist es an der Zeit eine Veranstaltung stattfinden zu lassen, die genau das belegt, nämlich dass alle Veranstaltungen durchaus stattfinden hätten können. Und in diese Richtung investiere ich gerne meine Zeit. Weil es ein Zeichen sein soll wie man mit der Pandemie umgehen und auch leben kann.

ÖSTERREICH: Könnte wirklich die 1G Regel kommen, dass sich jeder Konzertbesucher testen lassen muss?

Tatar: Das ist nicht das was wir zu bestimmen haben. Wir zeigen jetzt eine Veranstaltung her, die durchgeführt und umgesetzt werden kann und die auch möglichst hoher Sicherheitsbasis beruht. Und die lassen wir uns noch wissenschaftlich begleiten und betreuen. Mehr kann man als Veranstalter wirklich nicht mehr tun.

ÖSTERREICH: Wie sehr würde sie eine Absage enttäuschen?

Tatar: Das Nova Rock Encore in Wiener Neustadt passiert! Wenn man dieses Festival jetzt nicht mehr passieren lässt, dann will man die Jugendkultur verhindern. Wenn man das tut dann ist das ein klares Signal. Dann kommt es zu einem Flächenbrand.

ÖSTERREICH: Bis Februar 2022 haben sie über 100 Konzerte geplant., Wie optimistisch sind sie, dass die auch all passieren?

Tatar: Es geht jetzt genau um diese Veranstaltungen D a geht es um die Wurst. Das Nova Rock Encore soll dazu die passenden Zahlen liefern um diese anderen Konzerte jetzt noch möglich zu machen. Dieses Flaggschiff-Projekt ist dafür das um und Auf.

ÖSTERREICH: Was wenn wieder Auslastungsbegrenzungen auf 75 bzw. 50 Prozent kommen?

Tatar: Das wird in dieser Art und Weise nicht gehen. Zumindest nicht bei Veranstaltungen die bereits im Verkauf sind.

ÖSTERREICH: Angst dass das Nova Rock Encore zum Superspreader-Event wird?

Tatar: Dieser Titel Superspreader-Event geht mir mittlerweile so etwas von auf die Nerven. Faktum ist dass dieser Begriff wird immer in Zusammenhang mit Festivals und Konzerten in Österreich verwendet, aber ich hatte bislang nicht die Chance überhaupt zu einem Superspreader-Event zu werden, weil alles abgedreht worden ist. Also bitte lasst uns jetzt endlich die Chance zu zeigen, dass es kein Superspreader Festival sein werden. Und das werden wir auch nicht sein: Das hat ja auch das Szene Open Air in Lustenau gezeigt. Wo es Ende Juli bei 7.000 Besucher gerade mal zwei positive Fälle gab. 

Video zum Thema: Ewald Tatar über Änderung zu 2G beim NOVA-Rock