Promis berichten: ''So erlebten wir das Coronavirus''

Jetzt sprechen die Opfer

Promis berichten: ''So erlebten wir das Coronavirus''

37.608 Infizierte gab es bisher in Österreich. Viele erkrankte Prominente berichten nun wie es ihnen währenddessen ging.

 

„Jeder wird bald jemanden kennen, der an Corona verstorben ist“, sagte Kanzler Sebastian Kurz zu Beginn der Corona-Pandemie. Stand jetzt, sechs Monate später: Quasi jeder Österreicher kennt jemanden, der an Corona erkrankt ist oder war. In den letzten Tagen outen sich viele Prominente mit ihren Erlebnissen.

"Ich wusste, dass ein ­Infektionsrisiko bestand"

"Ich wurde positiv auf Covid-19 getestet … Ich habe leider eine Lungenentzündung.“ Operndiva Anna Netrebko feierte ihren 49. Geburtstag im Spital. Viele kritisierten ihren Lebensstil. Mitten im Coronasommer reiste sie in die Türkei, nach Italien, Slowenien, Russland: „Ich wusste, dass ein Risiko bestand, mich zu infizieren. Aber ich bereue es nicht, aufgetreten zu sein, weil ich glaube, dass wir Kultur jetzt mehr denn je brauchen.“

© Instagram/Netrebko

Aufregung gab es Ende August beim Festival Grafenegg (NÖ): Regisseur Robert Dornhelm kam als Gast von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zu deren traditionellem Empfang nach der Eröffnung. 83 Menschen mussten danach zum Test – alle negativ.

Auch Ex-Opernball-Lady und ÖVP-Politikerin Maria Großbauer war eine der knapp 38.000 heimischen Fälle, bei ihr gab es kaum Symptome.

© APA

An alle Coronamaßnahmen hielten sich hingegen die Leiterin des Jüdischen Museums in Wien, Danielle Spera (Ex-ZiB-Moderatorin), und ihr Mann, VP-Nationalratsabgeordneter Martin Engelberg. Dennoch wurden sie angesteckt. Journalist Josef Votzi outete seine Erkrankung erstmals im Trend. „Lange fehlte mir die Energie, die bleierne Müdigkeit obsiegte“.

© TZOE/Moni Fellner

Nik P.: "Wir haben oft Tage der totalen Müdigkeit"

Schlagerstar Nik P. und Freundin Karin: infiziert in Obertauern. „Was bei uns seit April geblieben ist: Man hat oft Tage der totalen Müdigkeit, da kann man nichts tun, man ist nur schlaff. Die Karin war früher fast jeden Tag joggen, das schafft sie nicht mehr. Sie hat Pro­bleme mit der Lunge. Begonnen hat es mit Kopfschmerzen, Nasenrinnen, Halsschmerzen, und Fieber. Ich habe sehr starkes Halskratzen gehabt, richtig Probleme beim Schlucken. Nach einem positiven Test hat ein Arzt gesagt: Wenn du Kopfweh hast, nimm Kopfwehtabletten. Wenn du Halsweh hast, nimm Halswehtabletten.“

© APA/ERWIN SCHERIAU

SPÖ-Stadträtin Kathrin Gaál: "Bis heute leidet mein Geruchssinn"

Wiens SP-Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál erkrankte im März: „Es war psychisch eine Belastung. Ich war zwei Wochen in meinem Schlafzimmer in Isolation. Im TV sah ich Bilder aus Italien, da ist einem schon komisch zumute geworden. Bis heute leiden Geruchs- und Geschmackssinn. Manche Sachen, wie z. B. mein Parfum, rieche ich nicht. Ein Arzt sagte, ich muss lernen, mit meiner Einschränkung zu leben. Ich stelle mich also ein – obwohl ich ein optimistischer Mensch bin –, dass es bleibt. Sicher vor Corona fühle ich mich trotz Infektion nicht.“

© TZOE/Artner

Top-Journalist Josef Votzi: "Fieber steigt, Kopfweh pocht"

Der renommierte Politikjournalist Josef Votzi über seinen Fall: „Mein Test lässt fast 48 Stunden auf sich warten. Der Körper hat Stunden nach dem Test ­Anzeichen signalisiert, die auch der Ungeduld geschuldet sein könnten: Unruhe, Kopfweh, Hitzegefühl. Am Tag danach gegen 19 Uhr der Befund: positiv. Fieber steigt, Kopfweh pocht, Glieder schmerzen. Dazu die Angst, was der unbekannte Feind im Körper noch alles anrichten könnte. Die Krankheit ist tatsächlich nicht zu unterschätzen, sie war wirklich schlimm – das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. Auch nach der Genesung kamen noch wochenlang Erschöpfungsschübe. Ein längerer Gesprächstermin erzwang spätestens am nächsten Tag eine doppelt so lange Pause.“