''Bin am Rande des Ruins''
Strache und Philippa leben seit Wochen getrennt
Wien. Spott und Häme wurde nach dem Pleite-Geständnis von Strache über den Ex-FPÖ-Chef ausgeschüttet: „Jeder hat einen Döner verdient“, heißt es etwa zynisch auf einem Instagram-Posting des Döner-Ladens Yedigün: „Wir haben unseren Beitrag dazu geleistet“, steht da zu lesen. Die Summe, die gespendet wurde, beträgt 3,90 Euro. Der Preis eines Döners floss zu Strache. Die erste Spende nach dem Aufruf.
Mutiger Schritt. Der Ex-FPÖ-Chef hatte am Dienstag, wie berichtet, auf seinem Facebook-Account erläutert, weshalb er „finanziell an den Rand des wirtschaftlichen und existenziellen Ruins getrieben“ wurde. Strache: „Ich bitte euch um eine persönliche Unterstützung, Hilfe und Spende, damit ich meine horrenden anwaltlichen Kosten zwecks notwendiger juristischer Verteidigung gegenüber den falschen und verleumderischen Anwürfen weiterhin sicherstellen kann.“ Dazu veröffentlichte er seine Bankdaten. Auch seien seine privaten Konten von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, sagt Strache im oe24.TV-Interview.
„Auf Distanz“. Doch nicht nur finanziell steht Strache vor einem großen Umbruch. Auch seine Ehe scheint zu zerbröseln. Philippa (33), die als wilde Abgeordnete im Parlament sitzt und 9.228 Euro brutto monatlich verdient, und er leben in Trennung – und das schon aus seit mehreren Wochen, heißt es aus dem Umfeld der beiden. Jetzt könnte die Scheidung erfolgen. „Derzeit sprechen die beiden nicht einmal miteinander“, so ein Freund zu ÖSTERREICH. Strache selbst dementiert die Trennung von Philippa gegenüber oe24.TV nicht, sagt nur: „Privates kommentiere ich nicht.“
Gegen Strache wird seit dem Ibiza-Video ermittelt. Insgesamt sind sieben Verfahren anhängig. Ende August war er in erster Instanz wegen Bestechlichkeit zu 15 Monaten bedingt verurteilt worden. Er meldete „volle Berufung“ an.
Bei oe24.TV gab Strache sein erstes Interview nach dem digitalen Spendenaufruf.
oe24.TV: Ihr Facebook-Aufruf hat für ziemliche Aufregung gesorgt. Sind Sie am Rande des Ruins?
Heinz-Christian Strache: Seit zweieinhalb Jahren bin ich mit Verfahren und anonymen Anzeigen konfrontiert. Dadurch entstehen enorme Kosten; die kann ich auf Dauer alleine ganz schwer tragen. Auch sind meine letzten Ersparnisse von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Deshalb habe ich jetzt meine Situation öffentlich gemacht. Übrigens hat das auch kürzlich Peter Pilz getan.
oe24.TV: Sind Sie pleite?
Strache: Zum Glück nicht, aber ich bin am Rande des existenziellen Ruins. Ich habe nach meinem Ausscheiden aus der Politik keine Krankenversicherung gehabt, kein Einkommen, dann kam Corona. Es ist für mich, wie für andere auch, eine schwierige Zeit. Ich muss für sieben Verfahren, die ich derzeit führe, etwa 60 Prozent meines Einkommens an Anwaltskosten abliefern. Um alle diese Verfahren finanziell durchzustehen, müsste ich ein Zauberer sein.
oe24.TV: Es heißt, Sie seien mittlerweile von Ihrer Ehefrau Philippa getrennt …
Strache: Meine privaten Dinge kommentiere ich nicht. Die Medien sollen berichten was sie wollen.
oe24TV: Steht Ihre Familie noch hinter Ihnen?
Strache: Ich bin dankbar für meine Familie, das sind großartige Menschen. Wenn man so etwas wie ich durchmacht, weiß man die Kraft der Freunde zu schätzen.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden