Brennpunkt Hormus

Iran beschießt Schiffe: Ölpreis steigt wieder über 100 Dollar

Iran nimmt Containerschiff in Straße von Hormuz unter Beschuss, der Ölpreis steigt. 

Die Ölpreise sind am Mittwoch trotz einer Verlängerung der Waffenruhe im Irankrieg durch die USA weiter gestiegen. Nachdem die Notierungen im frühen Handel den deutlichen Anstieg vom Vortag zunächst noch gestoppt hatten, drehten sie im Tagesverlauf wieder in die Gewinnzone.

Ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 100,63 US-Dollar. Das waren 2,18 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni stieg um 2,14 Prozent auf 91,59 Dollar.

Containerschiff beschädigt

Zuletzt war in der für den Transport von Rohöl wichtigen Straße von Hormuz ein Containerschiff unter Beschuss geraten und dabei schwer beschädigt worden. Ein Schiff der iranischen Revolutionsgarden habe Schüsse abgegeben, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Frachters mit.

Der Iran-Krieg bleibt der bestimmende Faktor am Ölmarkt. US-Präsident Donald Trump hatte zwar eine Waffenruhe verlängert, konnte damit die Spannungen aber nicht entschärfen. Zudem war eine Reise von Vizepräsident JD Vance nach Pakistan zu Verhandlungen abgesagt worden, nachdem der Iran eine Teilnahme an den Gesprächen abgelehnt hatte. "Die Lage bleibt somit festgefahren", schrieben Analysten der Dekabank.

"Schock des Krieges"

"Der erste Schock des Krieges ist vermutlich überstanden", kommentierte Fondsmanagerin Vivian Lin Thurston vom Finanzdienstleister William Blair die jüngste Entwicklung der Ölpreise. Ihrer Einschätzung nach ist der Ölmarkt mittlerweile in eine Phase der Unsicherheit mit wechselnden Kursbewegungen eingetreten.

Der Goldpreis legte zu. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.753,72 US-Dollar gehandelt. Das waren 0,71 Prozent mehr als am Vorabend.

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