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Regionalität & Tierwohl in der Gastronomie

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oekoreich ist eine unabhängige Bürgerinitiative zur Förderung von Ökologie & Nachhaltigkeit. oekoreich veröffentlichte am Dienstag, den 20. Februar 2024, eine Reportage in der es darum geht, eine Bilanz zu ziehen nach zwei Jahren Tierwohl- und Regionalitäts-Offensive in der Gastronomie.

Regionalität und Tierwohl: "Es gibt für uns keinen Weg zurück"

Im Februar 2024 jährt sich die bemerkenswerte Umorientierung einer der größten Gastronomiebetriebe Österreichs, XXXLutz, zum zweiten Mal. Die Restaurantkette, die bis dato für günstige Preise und große Portionen bekannt war, verkündete Anfang 2022 einen radikalen Wechsel hin zu Regionalität und Tierwohl.

Schweinefleisch zu 100 Prozent aus Österreich

Der Gastronomiechef Andreas Haderer teilte mit, dass Schweinefleisch ausschließlich aus Österreich bezogen und eine Tierwohl-Initiative gestartet wird, welche die Haltung der Tiere deutlich über den gesetzlichen Mindeststandards ansiedelt.

Regionalität & Tierwohl in der Gastronomie
© Gettyimages
× Regionalität & Tierwohl in der Gastronomie

Auch zwei Jahre später bleibt XXXLutz seiner Linie treu: Das Schweinefleisch für Schnitzel stammt nach wie vor zu 100 Prozent aus Österreich und das Angebot an Tierwohl-Produkten findet größeren Anklang als erwartet. So kostet ein Schnitzel mit Beilagen nun 9,90 Euro, für ein Tierwohl-Schnitzel werden 12,90 Euro fällig, wobei bereits 10 von 100 Schnitzeln aus dem Tierwohl-Programm "Hofkultur" kommen.

Haderer betont, dass Regionalität und Tierwohl inzwischen fester Bestandteil ihrer Philosophie sind und es kein Zurück mehr gibt. Er strebt an, dass eines Tages bis zu 80 Prozent der Fleischprodukte aus Tierwohl-Programmen stammen könnten, ohne dass die Preise unerschwinglich werden. Auch beim Frühstück setzt XXXLutz nun vollständig auf österreichische Produkte.

Die Umstellung bei Geflügel wird eine "Herausforderung"

Die nächsten Schritte umfassen die Umstellung auf ausschließlich österreichisches Geflügel, was laut Haderer eine größere Herausforderung darstellt. Trotz der höheren Kosten für einheimisches Geflügel ist er zuversichtlich, dass die Konsumenten auch dieses Angebot annehmen werden. Ein Unterschied, den man schmeckt. "Das österreichische Hühnerfleisch ist mit der importierten Industrieware nicht zu vergleichen. Das liegt an den Futtermitteln, an der Geschwindigkeit, mit der die Tiere wachsen, am Antibiotika-Einsatz und vielen anderen Dingen. Deswegen ist es mir so wichtig, dass wir auch beim Geflügel umstellen, denn das Huhn aus Österreich hat ein ganz anderes Leben“, so Haderer. 

Den Bezug zum Lebewesen wieder aufbauen

Haderer hebt hervor, dass es ihm auch um den Respekt vor dem Lebensmittel und dessen Herkunft geht. Er möchte, dass die Gäste wieder einen Bezug zum Lebensmittel als Produkt eines Lebewesens entwickeln und die Arbeit der österreichischen Bauern schätzen lernen. Bewusster Konsum brauche Einblicke: „Ich finde es schade, wenn Kinder und Erwachsene heute nicht mehr wissen, von welchem Tier ihre Lebensmittel stammen. Dabei ist es wichtig das zu wissen, denn mit der eigenen Konsumentscheidung kann man viel beeinflussen. Wir sagen daher unseren Gästen, was wir ihnen auftischen. Und es wäre wichtig, dass es generell viel mehr Transparenz beim Essen gibt, auch und gerade in der Gastronomie.“

Durch die konsequente Umstellung auf regionale und tierwohlgerechte Produkte unterstützt XXXLutz nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern trägt auch zu einer höheren Wertschätzung der Lebensmittel bei. Das Ziel ist es, durch kreative Verwendung aller Teile des Tieres Verschwendung zu vermeiden und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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