Mehr als ein Drittel aus Syrien

38.600 wollten 2021 Asyl: Plus 162%

38.600 wollten 2021 Asyl: Plus 162%
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Im vergangenen Jahr haben sich die Asylanträge mehr als verdoppelt.
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Wien. Wäre nicht die gesamte politische Agenda von Corona bestimmt, es gäbe ein Politbeben. Doch so steigen die Asylzahlen still und leise, aber man kann getrost von einer Explosion reden: Laut Schätzungen des Innenministeriums – der genaue Datenabgleich ist noch im ­Gange – sind es 2021 38.600 Asylanträge gewesen. Das ist ein Plus von 161,2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Auch Innenminister Gerhard Karner nennt im oe24.TV-Interview diese Zahl – und auch schon ­eines der Hauptprobleme: Ungarn. Karner war vergangene Woche bei seiner ersten Auslandsreise bei seinem ungarischen Kollegen Sándor Pintér, um ein ernstes Problem anzugehen.

Schlepperschüsse auf unsere Soldaten

Schüsse. Die Ungarn können die Asylwerber nicht aufhalten – und dann kommt es zu Zwischenfällen wie die Schüsse eines moldawischen Schleppers auf Heeressoldaten.

Doch woher kommen die Asylwerber: Syrien und ­Afghanistan sind weiter die Top-Länder, aber es gibt auch ein paar über­raschende Newcomer: Marokkaner und Bangladescher etwa, bei denen es starke Steigerungen gibt.

Problem Weißrussland. Bei diesen Zahlen könnten zudem auch schon Flüchtlinge enthalten sein, die vom weißrussischen Diktator Aleksander Lukaschenko in die EU eingeschleust wurden. Darunter waren auch viele Iraker und Syrer.

Das sind die Top-Herkunftsländer*

  1. Syrien 14.177
  2. Afghanistan 6.981
  3. Marokko 1.674
  4. Somalia 1.523
  5. Pakistan 1.219

*Jänner bis November 2021

Karner: "Wir brauchen raschere Asylverfahren"

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) über Schlepper, Schüsse und Asyl.

ÖSTERREICH: Am Montag hat ein Schlepper auf einen Soldaten geschossen, was ist der aktuelle Stand?

Gerhard Karner: Der moldawische Schlepper wurde von den ungarischen Kollegen festgenommen. Wir in Österreich haben 2021 ganze 400 Schlepper festgenommen. Sie machen mit dem Leid der Menschen ein mieses Geschäft.

ÖSTERREICH: Die Asylzahlen sind 2021 stark gestiegen. Wie geht es nun 2022 weiter?

Karner: Laut den bereinigten Zahlen zum Jahresende hatten wir im vergangenen Jahr 38.600 Asylanträge. Das ist eine sehr hohe Anzahl, daher ist es notwendig mit Ungarn zusammenzuarbeiten. Denn Ungarn hat ­eine EU-Außengrenze zu Serbien, welche auch von österreichischen Polizisten geschützt wird.

ÖSTERREICH: Steigen die Asylzahlen auch 2022?

Karner: Wir müssen und werden alles tun, damit das nicht der Fall ist. Aber das hängt von internationalen Wirren, Kriegen, Bürgerkriegen ab. Unser Ziel ist es, den EU- Außengrenzschutz zu stärken, die Asylverfahren zu beschleunigen und die irreguläre Migration zurückzudrängen.

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