Konter des Chefs

Behörde schließt "Take Five": Das sagt Martin Ho

Riesenwirbel um den legendären Nachtklub Take Five. Multigastronom Martin Ho musste wieder schließen.

Kitzbühel. Das Take Five im Zentrum von Kitz steht seit Jahrzehnten für Jetset-Partys. Zuletzt übernahm der Wiener Szenegastronom Martin Ho den legendären Edel-Club: „Eine unwiderstehliche Chance“, so Ho über die Pacht des Party-Hotspots im Herzen der Skistadt durch seine DOTS Group. Kurz-Freund Ho betreibt in Wien mehrere Lokale (Pratersauna, VIE i PEE, DOTS – The Hidden Club, X Club, G.O.A.T. Club, KHK).

Jubelstimmung. Gleich nach der Eröffnung am 27. Dezember war das frisch renovierte Take Five brechend voll. Feierwütige dicht an dicht, trotz 2G und scharfer Corona-Regeln. Fotos und Videos von wilden Partyexzessen am Tag vor Silvester machten in den sozialen Medien die Runde. Die Bilder landeten wohl auch auf dem Tisch der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel.

Silvester-Skandal: Ein Beamter machte dicht

Party-Exzesse. Am Silvestertag, nur wenige Stunden vor Start des kurzen Feiermarathons bis 22 Uhr, rückte deshalb die Behörde aus. Das ausreservierte Take Five wurde kurzfristig geschlossen, der Schließungserlass auf die Eingangstüre geklebt, Martin Ho informiert.

Offizieller Grund waren aber keine Verstöße gegen die strengen Corona-Regeln oder gar die Infektion eines Mitarbeiters, sondern ein „formaler Fehler“, wie Ho gegenüber ÖSTERREICH bestätigt: „Wegen des Verordnungschaos und der Feiertage verzögerte sich die Anmeldung des Geschäftsführers.“ Deshalb wurde der Club kurz vor Silvester dichtgemacht. Nur wenige Tage nach der Eröffnung. Martin Ho sieht darin einen reinen „Kraftakt eines Beamten“. Zumal alle anderen gewerberechtlichen Genehmigungen eingeholt worden sind (siehe Interview rechts).

Kopfschütteln. Christian Harisch, Kitzbüheler Hotelier, Tourismusobmann und Rechtsanwalt, sagt über die spektakuläre Schließung des Edel-Clubs vor der entscheidenden Party-Nacht: „Wenn es tatsächlich so ist, dass es nur um einen formalen Fehler geht, dann bin ich mehr als verwundert, warum ­genau am 31. Dezember die Schließung erfolgte.“

Silvester-Knall: Behörde wollte keine Nachfrist

„Toleranz“. Augenmaß wäre vernünftiger gewesen, so Harisch, vor allem in Hinblick auf den Tourismus: „Man hätte in diesem Fall dem Unternehmer durchaus eine Nachfrist setzen können.“ Das aber wollte die Behörde, die für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, nicht.

Martin Ho: "Ein Beamter setzte Kraftakt"

Take-Five-Chef Martin Ho versteht die Schließung seines Kitz-Lokals nicht.

ÖSTERREICH: Ihre Diskothek in Kitzbühel ist am Silvesterabend behördlich geschlossen worden. Angeblich war der Geschäftsführer noch nicht angemeldet …

Martin Ho: Die Anmeldung des gewerberecht­lichen Geschäftsführers erfolgte wegen des Verordnungschaos und der Feiertage verzögert. Ein Beamter hat einen willkürlichen Kraftakt seiner Behörde gesetzt. Die Anmeldung ist umgehend erfolgt, damit die Bearbeitung durch die Behörde am nächsten Werktag erfolgen kann. Alle Corona-Regeln wurden penibel eingehalten und stehen in keinem Zusammenhang.

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