Wiener Manager tötete seine 3 Kinder
Dreifachmord: Als Freundin ihn verließ, drehte er durch
Wien/Zagreb. Der Wiener Harald K. (56) hatte es nach seinem Master of Business Administration (MBA) an der Donauuni Krems weit gebracht. Er avancierte zum Manager namhafter Unternehmen, in denen er jahrelang etwa Marketing- oder Verkaufsabteilungen leitete. Irgendwann zog es ihn nach Kroatien. Seine Ex-Frau, mit der er drei Kinder hatte, ist Kroatin. Er machte sich selbstständig und brachte es als Consulter zu Reichtum, der ihm ein exklusives Leben im Zagreber Nobelviertel Podsljeme ermöglichte.
Kinder wurden immer mehr zur Belastung
Geld. Nach der Scheidung von seiner Frau lernte er eine neue Frau kennen, die er als „Liebe meines Lebens“ bezeichnete. Das Verhältnis zwischen Ex und Neuer dürfte sehr angespannt gewesen sein. In seinem Abschiedspost wird das schlechte Verhältnis explizit erwähnt. Als die Pandemie hereinbrach, soll Harald K. zunehmend mit Geldproblemen zu kämpfen gehabt haben. Gegenüber der sat24-Reporterin Aurora Weiss sagte ein Vertrauter des Unternehmers, dass er die Kinder zunehmend als „Belastung“ empfunden haben soll. Außerdem soll er psychisch angeschlagen gewirkt haben und gegen Ende geglaubt haben, die Kinder seien gar nicht von ihm.
Trennung. Wegen des Geldes und dem schlechten Verhältnis zur Ex-Frau soll ihn die Neue schließlich verlassen haben. Nachdem Harald K. die Kinder getötet haben soll, versuchte er sich selbst das Leben mit einem Tabletten-Mix zu nehmen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Sein letztes Posting auf Facebook
Als Harald K. (56) um Mitternacht in der Nacht auf Samstag ein Posting veröffentlicht, rufen seine Freunde die Polizei, die die Leichen seiner drei Kinder in der Wohnung in Zagreb-Mlinova vorfindet. Der 56-jährige Wiener ist bewusstlos, unterkühlt und wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Sein Gesundheitszustand soll sich inzwischen stabilisiert haben. Sein Posting im Wortlaut:
„Tschüss allerseits! Ich werde gehen, da ich nicht mehr kann. Die Liebe meines Lebens, M. D., hat mich verlassen, weil meine Ex-Frau D. K. sehr schlecht zu ihr war und ich kein Geld habe. Alles, was ich in den letzten 1 1
2 Jahren versucht habe, hat mich nicht wieder zurück zur Arbeit gebracht und selbst meine Brüder von der Freimaurerloge wie V. P., Z. K. und D. V. wollten nicht helfen, am Ende hoben sie nicht einmal mehr den Hörer ab. Nur meine besten Freunde M. und R. und mein Bruder H. halfen mir, so gut sie konnten. Aber jetzt bin ich am Ende! Also Tschüss.“
Mutter. Der 56-Jährige und die Mutter der Kinder, D. K., sind geschieden. D. K. lebt in Dubrovnik. An diesem Wochenende waren die Kinder wieder bei ihrem Vater in Zagreb auf Besuch. Kroatische Medien berichten, dass die Mutter am Samstag auf die psychiatrische Station des Allgemeinen Krankenhauses in Dubrovnik gebracht wurde. Sie entschied sich gegen einen Krankenhausaufenthalt. Eine unfreiwillige Einweisung war laut Ärzte nicht erforderlich.
Psychotherapeutin über den Mord:
"Er wollte seine Kinder mit in den Tod nehmen"
ÖSTERREICH sprach mit Andrea Hammerer über das mögliche Motiv.
ÖSTERREICH: In seinem Posting beschuldigt der Verdächtigte eine Reihe von Personen. Wie ist das zu werten?
Hammerer: Ich sehe das nicht als Beschuldigung. Das, was er macht, ist eigentlich eine Erklärung abgeben, für die Nachwelt. Er erklärt, er konnte seine jetzige Freundin vor der Ex-Frau nicht schützen, die angeblich böse war. Er konnte seinen Kindern nicht mehr finanziell bieten, was er gewohnt war. Er konnte sich selber offenbar nichts mehr leisten. Das sind eigentlich Erklärungen, die sagen sollen, dass er die Kinder mit in den Tod nimmt, weil er sich nicht erwartet, dass ihnen jemand helfen oder ein besseres Leben bieten kann. Das spricht für eine depressive Einengung und eine Verzweiflung, wo er weder für sich noch für seine Kinder einen Sinn im Leben gesehen hat. Wenn wir den Täter verstehen wollen, dann ging es aus seiner Sicht darum, die Kinder zu beschützen vor einer Welt, in der sie kein Überleben haben.
ÖSTERREICH: Die Rede ist auch von Geldproblemen. War das das Motiv?
Hammerer: Wir müssen schauen, was die Motivation ist, um im nächsten Schritt solche Taten verhindern zu können. Vielen fehlt seit Corona etwa die Perspektive. Wir dachten, die Impfung sei der Gamechanger, jetzt stellt sich heraus, sie ist es doch nicht. Die Verzweiflung ist groß. Es leben auf dieser Welt jetzt Leute, die etwas Ähnliches geplant haben, weil sie sich hilflos fühlen und nichts an ihrer Lage ändern können.
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