Chronik

Gesicht aufgeschlitzt: Jetzt spricht das Opfer

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Messer-Opfer: "Er hat mein Leben zerstört".

Wien. 15 Jahre Haft wegen versuchten Mordes: Am Montag wurde der Algier Amine T. (23) wegen versuchten Mordes am Wiener Straflandesgericht rechtskräftig verurteilt. Im Drogenrausch hatte er am 12. August 2016 seine Exfreundin Anna-Maria S. (30) im Gesicht und am Körper mit einem Stanleymesser schwer verletzt.

ÖSTERREICH brachte damals den Fall ins Rollen. Hunderte Leser sprachen der Rumänin Mut zu.

Nach dem Prozess sprach Anna-Maria S. in oe24.TV über ihren Peiniger – und darüber, wie es ihr heute geht.

Opfer: "Ich habe geglaubt, ich werde sterben"

"Er hat mein Leben zerstört", so Anna-Maria S. leise. Bis heute ist es ihr fast unmöglich, über die Tatnacht zu sprechen. Immer wieder laufen ihr die Tränen über die Wangen. Im Herbst 2015 lernte sie den Asylwerber Amine T. kennen. Die zwei verliebten sich. Im Sommer 2016 trennte sie sich von ihm.

Am 12. August bat Amine T. um eine Aussprache. Anna-Maria S. willigte ein: "Er hat am Telefon geweint." Kurz vor Mitternacht besuchte Anna-Maria S. ihren Ex in der Flüchtlingsunterkunft. Die Lage eskalierte. Amine T. schlug seine Exfreundin, schlitzte ihr mit dem Stanleymesser das Gesicht auf, drohte, sie umzubringen: "Ich habe geglaubt, ich werde sterben."

"Die Drogen haben ihn 
paranoid gemacht"

Amine T. stand zur Tatzeit unter Kokaineinfluss. Anna-Maria S. auf oe24.TV: "Die Drogen machen ihn paranoid. Ich glaube, sonst wäre das Ganze nicht passiert. Ich kenne ihn als guten Menschen."

Fünf Monate verbrachte sie danach im Frauenhaus: "Ich habe mich geschämt, rauszugehen." Heute kann Anna-Maria S. dennoch wieder ­lachen: "Gott hat mich stark gemacht." Freilich: Ihre Narben erinnern sie weiter ­jeden Tag an die schlimmste Nacht ihres Lebens.

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