Frau verurteilt
Haft für Schnupper-Arbeit für die Telefon-Mafia
Wien. Keinen glorreichen Tag hatte zu Wochenbeginn die Justiz mit ihren Urteilen: Während in Kärnten ein 14-Jähriger, der eine 11-Jährige vergewaltigt hat, mit einem Monat Haft (plus 13 auf Bewährung) davonkam, muss eine 24-jährige Austro-Türkin für zwei Monate fix hinter Gitter (17 weitere bedingt), die aus Versehen bei der Telefon-Mafia anheuerte.
Sie war mit zwei Freundinnen nach Istanbul geflogen, um dort einen Geburtstag zu feiern. In einem Nachtclub sprach sie ein Mann an und lud zu einem Vorstellungsgespräch , wobei gute Verdienstmöglichkeiten in Aussicht gestellt wurden. Die junge Frau habe zunächst geglaubt, sie müsse am Telefon Aktien verlaufen. Dann habe man ihr erzählt, "dass ich als Bankmitarbeiterin anrufen soll". Sie habe rasch die Betrugsmasche durchschaut und sie wisse gar nicht, warum sie überhaupt fünf Tage dort geblieben sei, "warum ich mir so was reingezogen habe. Es war schrecklich".
So funktioniert der Telefonbetrug
Man habe "im Office" anhand der Vornamen mutmaßlich ältere Personen aus dem Telefonbuch herausgesucht und diese dann telefonisch kontaktiert, legte die Angeklagte dar. Nach "der Einschulung" sei ihr dann aufgetragen worden, selbst zum Hörer zu greifen. Das habe sie in drei Fällen gemacht, wobei es aber zu keinen "Abschlüssen" gekommen sei.
Diese Darstellung war der jungen Frau nicht zu widerlegen. Auf die Frage, was sie jetzt beruflich machen wolle, erklärt sie habe vor, sich über einen Wifi-Kurs zur Immobilienmaklerin oder als Finanzdienstleiterin ausbilden zu lassen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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