Ungarn

Hummer-Mord: Selbstmord in der Zelle

Thomas B. soll vor zwei Jahren einen Polizisten absichtlich überfahren haben.

Der zu 15 Jahren Haft verurteilte mutmaßliche Polizistenmörder Thomas B. (36) aus Villach ist tot. Vor der Wiederaufnahme seines Berufungsverfahrens hat sich der Mechaniker in seiner Gefängniszelle das Leben genommen.

Wie mehrfach berichtet, soll der zweifache Familienvater im Oktober 2012 mit seinem Geländewagen vom Typ Hummer den ungarischen Motorradpolizisten Imre K. (36) absichtlich überfahren und getötet haben.

Harte Strafe. Thomas B. war mit Freunden auf einem Hummer-Treffen, als sie in eine Polizeikontrolle gerieten. „Dabei wurde ich mit Reizgas besprüht, habe dann instinktiv aufs Gas gedrückt. Ich wollte den Polizisten nicht überfahren“, hatte der Kärntner gesagt und sich im Prozess bei den Hinterbliebenen entschuldigt. Er wurde dennoch zu 15 Jahren (verschärftem) Zuchthaus verurteilt. Inzwischen hat sein Anwalt Janos Buza Zweifel an einem Selbstmord geäußert.

Video: So passierte damals der Unfall:

Urteil war nicht rechtskräftig
Das gegen den Österreicher verhängte Urteil (15 Jahre Zuchthaus) hatte noch keine Rechtskraft erlangt. Die Verteidigung ging umgehend in Berufung, später forderte auch der Staatsanwalt ein höheres Strafmaß.

Der Ankläger hatte dem Beschuldigten vorgeworfen, er hätte den Polizisten kaltblütig ermordet. Der Österreicher habe nicht gebremst, bevor er den Beamten mit dem "Hummer"-Geländewagen überrollte, und gar nicht versucht, den Zusammenstoß zu vermeiden. Der Beschuldigte hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und das Geschehen als Unfall dargestellt. Er sei "in Panik" aufs Gas gestiegen, nachdem ihm durchs geöffnete Seitenfenster Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden sei.
 

Fotos: So wurde der Kärntner verurteilt - in Ketten vor Gericht:

Diashow: Hummer-Fahrer in Ketten vor Gericht

Rückblick: So passierte das Unglück vor zwei Jahren
Genau heute vor zwei Jahren, am 11. Oktober 2012, war eine Kolonne von vier "Hummer"-Fahrzeugen nach einer Geschwindigkeitsübertretung aufgehalten und mit einer Geldstrafe belegt worden. Danach soll der zuletzt in Salzburg wohnhafte Österreicher seinen Wagen gezielt über die Fahrbahnmitte gelenkt und beinahe einen Polizeiwagen touchiert haben. Das fasste der Beamte als Provokation auf, worauf er zwei Kollegen auf Motorrädern als Verstärkung anforderte. Diese verfolgten den 36-Jährigen, wobei ihn zunächst weder Blaulicht und Sirene noch auf seinen SUV abgegebene Schüsse zum Stoppen brachten. Als er endlich anhielt, soll er - so die Anklage - den rechts vor ihm positionierten Polizisten Imre K. vorsätzlich getötet haben, indem er auf diesen losfuhr.



 



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