Mit scharfer Kritik an den Chefs des ORF-Stiftungsrates sowie an ORF-Manager Pius Strobl meldete sich FPÖ-Mann Peter Westenthaler nach der Sitzung des höchsten ORF-Gremiums zu Wort.
Westenthaler tritt seit seiner Entsendung in den Stiftungsrat als scharfer Kritiker der ORF-Führung auf - auch am Donnerstag gab es wieder starke Worte des früheren FPÖ- und BZÖ-Politikers. Westenthaler übte scharfe Kritik an der Vorgangsweise der Stiftungsratschefs Heinz Lederer (SPÖ) und Gregor Schütze (ÖVP). "Man hätte den zurückgetretenen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann anhören müssen, wie es in einem Rechtsstaat üblich ist", so Westenthaler. "Das ist mir aber nicht gelungen, Herr Lederer und sein Beiwagerl (Schütze) haben das verhindert."
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"Vollstes Verständnis für die Mitarbeiterin"
Zu den Vorwürfen gegen Weißmann sagte Westenthaler, "es hat keinen Straftatbestand gegeben". Er habe aber "vollstes Verständnis" für die Mitarbeiterin, die belästigt worden sein soll, so der FPÖ-Vertreter im Stiftungsrat. Der Rücktritt Weißmanns sei richtig gewesen.
Pensionsvertrag für Strobl: "Das ist keine Kleinigkeit"
Westenthaler berichtete dann, dass auch über den Pensionsvertrag des ORF-Managers Pius Strobl, der "ausgiebig besprochen wurde". Der Vertrag sei "überschießend", so Westenthaler. "Ich darf keine Summen nennen, da geht es aber um keine Kleinigkeit, da hat es auch schon Rückstellungen gegeben." Weißmann sowie auch die kaufmännische ORF-Direktorin Eva Schindlauer hätten richtig gehandelt, den Pensionsvertrag Strobls nicht umzusetzen. "Das wird ein Fall für die Gerichte werden."
Dass ausgerechnet Strobls Mitarbeiterin zwei Jahre nach den Vorfällen und sechs Monate vor der Wahl des Generaldirektors mit den Vorwürfen komme, darüber könne sich selbst jeder einen Reim machen, so Westenthaler.