Im Juli 59 % mehr Morde in New York

54 Opfer in 31 Tagen

Im Juli 59 % mehr Morde in New York

Nicht enden wollende Gewalt-Welle über US-Metropole New York. Auch im Juli 2020 sind die Zahlen der stattgefundenen Gewaltverbrechen ein weiteres Mal verheerend.


New York. Laut den Statistiken der New Yorker Polizeibehörden nimmt die Gewalt in Verbindung mit Schusswaffen in New York City auch in diesem Sommer, inmitten der Coronavirus-Pandemie und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Turbulenten weiter zu. Während Morde, Einbrüche und Autodiebstähle stark zugenommen haben, sind schwerere Diebstähle, Überfälle und Hassverbrechen allerdings eher zurückgegangen. 

Heftiger Anstieg an Schießereien

Die Zahlen, die viele New Yorker in den letzten Wochen schockiert haben und an längst vergangene Zeiten erinnern, sind jedenfalls eindeutig: Im Juni 2020 erhöhte sich die Zahl der Vorfälle mit gefallenen Schüssen in der Acht-Millionen-Metropole im Vergleich zum Vorjahr von 89 auf 205 – das ist ein Anstieg von 130 Prozent. 
 
Im Juli 2020 verzeichneten New Yorker Behörden sogar 244 Schießereien. Im Juli 2019 waren es lediglich 88, wodurch sich ein Anstieg von 177% festhalten lässt. Juli erlebte die Stadt einen 72%igen Anstieg der Schießereien im Vergleich zur gleichen Zeit des Vorjahres - 772 gegenüber 450 im Jahr 2019. 
Alleine am Wochenende zum Unabhängigkeitstag um den 4. Juli wurden übereinstimmenden Medienberichten zufolge 64 Menschen von Schüssen getroffen.
 

54 Morde in nur 31 Tagen

Die Zahl der Morde im Juli ist im Vergleich zum Vorjahr um 59% gestiegen. Demnach waren es heuer 54 und im Vorjahr 34 stattgefundene Morde. Auch Einbrüche stiegen im Jahresvergleich um 31%. Laut Polizeiangaben wurden heuer im Juli 309 Autodiebstähle mehr als im Vorjahr gemeldet.
 

Steigende Gewalt durch Coronavirus?

Über die Ursachen der Gewaltwelle in der US-Metropole wird gerätselt. Es ist der dritte Ausbruch, der New York und andere Städte in den USA in diesem Jahr beschäftigt: Zuerst kam das Coronavirus, dann die landesweit geteilte Wut über Rassismus und Polizeigewalt - und nun steigt die Zahl der Schießereien und Morde deutlich. Dabei könnten alle Entwicklungen zusammenhängen.

© APA/AFP/BRYAN R. SMITH
 
Bürgermeister Bill de Blasio machte den Anstieg der Schießereien zumindest teilweise für die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie verantwortlich.
 

Bill de Blasio kündigt Anti-Gewalt-Initiative an 

Im vergangenen Monat kündigte unter anderem Bürgermeister Bill de Blasio eine Initiative zur Bekämpfung der Schusswaffengewalt an. Dabei will man sich erstmals vorwiegend auf Brennpunktgebiete, in denen die meisten Gewalttaten gemeldet wurden, konzentrieren. Das geplante Programm umfasst unter anderem, eine Reihe an "Stop the Violence"-Veranstaltungen. 

© GettyImages

New York ist kein Einzelfall

Die Entwicklung in New York ist in den USA allerdings kein Einzelfall. In einer Reihe weiterer Städte gibt es ähnliche Tendenzen, darunter besonders in Chicago, das 2020 die höchste Mordrate seit mehr als 20 Jahren erreichen könnte.

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