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1.000 Anzegen - 100 Autos konfisziert

So eskalierte der GTI-Irrsinn

10.000 PS-Verrückte haben den Kärntner Zentralraum in ein Höllental verwandelt.

Kärnten. Hirn aus, Motor an: Für ein totales Chaos haben selbst ernannte GTI-Fans am Wochenende rund um den Wörthersee gesorgt. Bei ihrem nicht angemeldeten Treffen hielten bis zu 10.000 PS-Chaoten die Polizei in Atem, terrorisierten Anwohner und brachten diese zur Verzweiflung. Selbst echte Anhänger der VW-Kultmarke, die sich sonst alljährlich halbwegs gesittet in Reifnitz treffen und diesmal aus gutem Grund corona­bedingt fernblieben, reagierten empört: „Volltrottel, die gehören aus dem Verkehr gezogen“, posteten einige auf Facebook.
 
Die Polizei sah es wohl ähnlich, zog in der Nacht auf Sonntag die Reißleine. Wegen Überlastung sperrte sie mehrere Straßen. 100 Kennzeichen wurden von Autos abgenommen, die Kisten somit vorübergehend stillgelegt. 1.000 Organmandate wurden an die Teilnehmer verteilt: „Das größte Thema war aber ohne Zweifel das respektlose Verhalten der Leute gegenüber der Bevölkerung“, sagte Polizeisprecher Mario Nemetz.
 

Rücksicht auf Corona? Absolute Fehlanzeige

 
In der Nacht auf Sonntag musste auch ab 22.30 Uhr die Ortsdurchfahrt von Velden gesperrt werden: „Es waren Tausende Leute vor Ort, es ist nichts mehr gegangen. Erst gegen 1 Uhr hat sich die Situation be­ruhigt“, so die Polizei.
 
Gesperrt wurde in der Nacht auch die Straße auf den Pyramidenkogel, die Fahrzeugkolonne reichte fast über die gesamte Länge der Bergstraße. Von Autofans regelrecht überschwemmt wurde die Region um den Faaker See und den Wörthersee sowie das Keutschacher Seental, Klagenfurt und Villach.
Nachdem die beliebtesten GTI-Hotspots gesperrt wurden, verlagerte sich das Geschehen der Tuning-Fans. Direkt vor dem Casino in Velden entstand ein neuer Brennpunkt. „Verkehrsrechtlich wurde so ziemlich alles angestellt, was man halt so mit Autos machen kann“, erklärte der Polizeisprecher. Heulende Motoren, absichtlich ver­ursachte Fehlzündungen, Autos, die Gummi gaben, oder Beschleunigungsduelle mitten im Ortsgebiet, umringt von Hunderten Zuschauern. Zahlreiches oe24.TV-Video- und Bildmaterial zeigt Dutzende GTI-Fans beim Feiern am Straßenrand.
 
Mindestabstand? Fehlanzeige. Die Corona-Sicherheitsmaßnahmen wie ein Mund-Nasen-Schutz schienen keinen zu interessieren. Nun herrscht Angst vor den kommenden Wochen: Wird der Wörthersee zum GTI-Cluster?
 

"Nächte waren katastrophal"

 
So erlebten Anrainer den Terror durch die Tuning-Verrückten:
 
Star-Koch Hubert Wallner: „Ich finde es eigentlich einen Wahnsinn. Jetzt nicht irgendwie negativ ausgedrückt, ich habe nichts gegen diese Leute, aber ich finde, es ist ein Wahnsinn, dass seitens der Behörden so wenig reagiert wird. (…) Gestern bin ich von einer Location heimgefahren, wofür ich normalerweise zwölf Minuten mit dem Auto brauche, stand aber eineinhalb Stunden im Stau. Das ist auch für die Anrainer nervig. Von Corona-Schutzmaßnahmen wie Masken und Abständen möchte ich erst gar nicht reden.“

Anrainer Valentin Wedam: „Es war die letzten Nächte katastrophal, mit Schlaf war nichts mehr zu machen. Der Lärm, der Krawall war das Schlimmste. Vor allem die absichtlichen Fehlzündungen. Der Grund ist die gesetzlose Zone. Von der Exekutive wird zu wenig aufgeboten, um dem etwas entgegenzusetzen. Die Behörde ist unterbesetzt, reagiert natürlich ­immer relativ spät. Notwendig wäre die Unterstützung durch unsere ­Politiker. Das wünschen wir uns von unseren See-Bürgermeistern und auch vom Bürgermeister der Gemeinde Velden.“

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