Laudas Arzt: "Es war extrem kritisch"

Im ÖSTERREICH-Interview

Laudas Arzt: "Es war extrem kritisch"

Top-Arzt Walter Klepetko rettete Lauda das Leben.

ÖSTERREICH: Wie geht es Niki Lauda? Stimmt es, dass er am Weg der Besserung ist?

Walter Klepetko: Angesichts der nicht ganz einfachen Umstände sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf.

ÖSTERREICH: Trifft die Information zu, die wir aus dem AKH erhalten haben, dass mit der Aufwachphase gerade begonnen wird?

Klepetko: Diese Information stimmt. Ich kann Ihnen aber gleich sagen, wir haben es nicht eilig.

ÖSTERREICH: Diese Transplantation war offenbar eine besonders komplizierte, weil einerseits eine kaputte Niere vorliegt, andererseits eine Herz-OP erst vor drei Monaten passiert ist …

Klepetko: Das ist richtig, die Bedingungen sind erschwert gewesen. Gleichzeitig muss man sagen, dass der Zustand ein extrem kritischer war. Sie müssen sich vorstellen, dass Herr Lauda in den letzten sieben Tagen nur mehr durch ­eine Pumpe – also eine Herz-Lungen-Maschine – am Leben erhalten wurde. Gleichzeitig aber bei vollem Bewusstsein war. Das ist eine sehr moderne Art, wie wir die Patienten hier in so einer schwierigen Phase behandeln. In dieser Situation, wenn es wirklich keine andere Behandlungsalternative mehr gibt, ist die Lebenserwartung ohne eine Transplantation auf Tage oder wenige Wochen beschränkt.

ÖSTERREICH: Sie sagten, es war eine 6-Stunden-OP, seit Freitag wird er in einen Wachzustand zurückgeführt. Was passiert dann?

Klepetko: Man kommt als beatmeter Patient auf die Intensivstation. Ab dem Zeitpunkt, wo man die Lage als stabil bezeichnet, beginnt der Patient aufzuwachen. Der nächste Schritt ist, den Patienten zu mobilisieren, aus dem Bett zu bekommen. Das geht dann schrittweise weiter. Auch mit Physiotherapie. Nebenbei müssen die Medikamente irgendwie stabilisiert werden.

ÖSTERREICH: Wie lange dauert es, bis Lauda wieder fit ist?

Klepetko: „Fit wie ein Turnschuh“ – da müssen wir noch warten, wir nehmen an, dass wir hier noch einige Wochen brauchen werden.
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