Messer-Mord: Leiche lag in Sandkiste

Tatort Kinderspielplatz

Messer-Mord: Leiche lag in Sandkiste

Bei dem tödlichen Streit auf ­einem Spielplatz dürfte es um Drogen gegangen ein.

OÖ/NÖ. Auf einem idyllischen Spielplatz im revitalisierten Alt-Urfahr gleich neben dem Donauufer kam es Montagabend zum blanken Horror: In der Sandkiste beim Kletterhäuschen, das von zugewanderten jungen Männern als Treffpunkt zum Zeittotschlagen missbraucht wird, kam es zu einem Kampf zwischen mindestens drei ­Afghanen – wobei am Ende einer tot am Spielplatz lag, die anderen beiden flüchteten. Einer mit Flipflops und Stehfrisur per Rad. Einer zu Fuß. Ein Zeuge, der zufällig des Weges kam, versuchte den am Boden verblutenden 19-jährigen Mahmoud H. zu reanimieren.

Küchenmesser führt die   Ermittler in Asylunterkunft

Im Zuge der Fahndung wurde noch in den Abendstunden ein Verdächtiger gefasst – dieser ist ein nach eigenen Angaben erst 16-jähriger Afghane, Niazwali M. (geboren am 1. 1. 2002 und mit der Flüchtlingswelle 2015 nach Österreich gekommen). Der mutmaßliche Messerstecher lebt wie sein Opfer, der in Pengersdorf in St. Pölten in Niederösterreich in Betreuung war, ebenfalls in einer Asylunterkunft und dürfte wie auch  Mahmoud M. hinlänglich polizeibekannt sein: So soll etwa Zweiterer  mit einer Glasflasche randaliert und jemanden damit attackiert haben.

Diesmal war er allerdings der Verlierer eines Zweikampfes, bei dem es – so vorsichtig drückte es die Polizei noch am Dienstag aus – „vermutlich um Drogen“ gegangen ist. Jedenfalls soll entweder beim Opfer oder in dessen Nähe am Spielplatz Suchtgift gefunden worden sein.

Indizien. Sein Kontrahent Niazwali wurde indes von dem Zeugen und Ersthelfer als einer jener beiden jungen Männer identifiziert, die nach den Messerhieben auf den Landsmann geflüchtet waren. Ein weiteres Indiz, dass er der  Täter war, der zugestochen hat: Die Waffe, ein Küchenmesser, gehört zu einer Serie von Besteck, das in der Küche seiner Asylunterkunft verwendet wird. Und wo genau so ein Messer fehlt.

Möglicherweise war der ­Killer aber auch der andere Mann, der vom Spielplatz geflüchtet war. Seine Identität ist noch ungewiss. Es gilt die Unschuldsvermutung. Anrainer Walter O. ist entsetzt: „Seitdem hier so viele Unbekannte herumstreunen, fühlt sich keiner mehr sicher.“

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