Skinhead-Prozess

Neonazis prügelten Lehrling ins Koma

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Der Prozess gegen zwei Vorarlberger Skinheads wegen absichtlich schwerer Körperverletzung ist am Landesgericht Feldkirch vertagt worden.

Ein 20-jähriger Mann aus Nenzing (Bezirk Bludenz) und ein 23-jähriger Feldkircher sind angeklagt, im August 2006 nach einer Zechtour im benachbarten Lindau am Bodensee (Bayern) einen 20-Jährigen ins Wachkoma geprügelt zu haben. Das Opfer ist seitdem schwerst behindert.

Opfer schlief auf Parkbank
Die beiden Beschuldigten entdeckten den 20-Jährigen gegen 4.00 Uhr schlafend auf einer Bank vor einem Fastfood-Restaurant in der Lindauer Innenstadt. Die Skinheads filmten den jungen Mann mit ihrem Handy, lachten und weckten den Mann. Als dieser sie daraufhin beschimpfte, traten sie an die zwanzig Mal auf dessen Kopf ein. Danach fuhren die beiden wieder nach Vorarlberg zurück. Das Opfer blieb blutüberströmt zurück und lag nach dem Vorfall mehrere Wochen im Wachkoma.

Lehrling wird lebenslange Schäden davontragen
Dass bei dem 20-Jährigen erhebliche Schäden zurückbleiben werden, ist sicher. Wie schwer diese Beeinträchtigungen sein werden, muss nun ein Gutachten klären. "Demnach erhöht sich der Strafrahmen von fünf auf zehn Jahre", sagte Gerichts-Pressesprecher Reinhard Flatz zu dem Prozess.

Gutachten entscheidet über Straßmaß
Ein weiteres Gutachten soll Klarheit über die Zurechnungsfähigkeit der beiden Burschen zum Tatzeitpunkt bringen. Die beiden Skinheads gestanden Schläge auf den Kopf des Mannes ein und versuchten im Prozess das Gericht von einer starken Alkoholisierung zum Tatzeitpunkt zu überzeugen. Mit einer Fortsetzung des Prozesses ist nicht vor sechs Wochen zu rechnen.

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