Mordprozess wegen ordinärer Fotos

Pikante Verhandlung

Mordprozess wegen ordinärer Fotos

Den WhatsApp-Account seiner Frau hätte dieser Austro-Türke besser nicht durchstöbert.

Ein äußerst pikanter Prozess wird am Donnerstag in Korneuburg verhandelt: Dann steht nämlich der 40-jährige E. G. wegen Mordversuchs vor Gericht. Der dreifache Vater soll im Mai des Vorjahres in einem kleinen Ort südlich von Wien einen gleichaltrigen Einheimischen mit seinem Auto – in dem auch die kleine Tochter im Kindersitz und ein Teenagersohn saßen – mit Vollgas und voller Absicht gegen einen Zaun katapultiert und so schwer verletzt haben, dass dem Opfer ein Bein abgenommen werden musste. Auch das zweite hätte beinahe amputiert werden müssen. Anfangs versuchte der Lenker, den tragischen Vorfall als Unfall darzustellen.

"Mandant wollte anderen zu keinem Zeitpunkt töten"

Doch dann kamen die Hintergründe ans Tageslicht: Wie ÖSTERREICH erfuhr, war E. G. beim Ausspionieren des Handys seiner Ehefrau drauf­gekommen, dass ein Kunde seiner Gattin (die eine Postpartner-Filiale leitete) immer wieder Fotos seines Geschlechtsteils mit anzüglichen Texten schickte, die seine Frau nicht entrüstet genug ablehnte. Bei einem Treffen der Männer versprach der Österreicher Besserung, gab aber gleich zu bedenken, dass er ein „böser Junge“ sei. Prompt folgten wieder Dick-Pics. Und als Antwort die von der Staatsanwaltschaft als Mordversuch gewertete Attacke mit dem Auto.

Verteidiger Manfred ­Arbacher-Stöger, der gemeinsam mit Rudolf Mayer E. G. vertritt, hält dagegen: „Mein Mandant wollte den anderen zu keinem Zeitpunkt töten, noch schwer verletzen. Die ganze Sache tut ihm außer­ordentlich leid. Am liebsten würde er alles rückgängig machen.“(kor)

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