Obduktion soll Rätsel um Ali C. lösen

Familie fordert volle Aufklärung

Toter Boxer im Knast: Auch Spital im Visier

Drei Wochen vor seiner Entlassung starb ein inhaftierter Tschetschene in Krems unter mysteriösen Umständen.

NÖ. Am Ostermontag wurde Ali C., der zuletzt in einer Einzelzelle untergebracht war, ebendort von Justizwachebeamten nicht ansprechbar aufgefunden. Nach Erste-Hilfe-Maßnahmen vor Ort wurde der 38-Jährige vom Notarzt ins Landesklinikum Krems gebracht, wo der zweifache Vater – der am 30. April entlassen worden wäre – verstarb.

Wie ÖSTERREICH bereits berichtete, ranken sich Gerüchte, dass es beim Tod des noch immer recht sportlichen einstigen Staatsmeisters im Boxen (Schwergewicht 2007) nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Auf Twitter und von der Antifa wird sogar von einem Verbrechen, das vertuscht werden sollte, von rassistischen Übergriffen, Diskriminierungen und Misshandlungen in der Justizanstalt Krems-Stein gesprochen. Auch von einer Beruhigungsspritze ist die Rede, was von der ­Justiz allerdings vehement dementiert wird.

Jetzt Obduktion und toxikologisches Gutachten

Weil der öffentliche Druck auf die Justiz nach Bekanntwerden der Causa täglich wächst – heute um 19 Uhr findet vor dem Landesgericht in Wien sogar eine Solidaritätsdemo statt –, sahen sich die Behörden genötigt, eine Obduktion des Leichnams des Verstorbenen in Auftrag zu geben.

Dazu wurde von der Staatsanwaltschaft eine genaue toxikologische Expertise angefordert, um ­etwaige (falsche) Medikamentationen, Drogen oder Vergiftungen nachwiesen zu können.
Rätsel. Der von den Hinterbliebenen beauftragte Anwalt Wolf-Georg Schärf: „Die Familie erwartet sich eine volle Aufklärung und eine penible Untersuchung aller Vorgänge im Gefängnis, auf dem Weg zu Spital und im Krankenhaus in Krems“, wo schließlich der Tod von Ali C. – der eine 45-monatige Strafe wegen eines Vermögensdelikts sowie gefährlicher Drohung absaß – festgestellt wurde.

(kor)



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