Rätselraten um Motiv

Jamal A.: Warum stach der Familienvater zu?

Ein Flüchtling soll in Wullowitz auf einen Asylbetreuer eingestochen und einen Landwirt getötet haben. Dabei war der Ehemann und Familienvater im Dorf stets behilflich.

Schreckliche Bluttat in dem 73-Einwohner-Ort Wullowitz in der Gemeinde Leopoldschlag (Bez. Freistadt).

Ein 33-jähriger Afghane (33) soll gegen 14.30 Uhr mit einem Fahrrad zu einer Asylwerberunterkunft, in der er früher gewohnt haben dürfte, gefahren sein. Laut Polizei zog der Flüchtling ein Messer aus der Tasche und attackierte damit den Betreuer des Heims David H. (32). Dann setzte er sich wieder auf sein Fahrrad und brauste davon. Der Betreuer, der mehrere Stichwunden erlitt, wurde lebensgefährlich verletzt und mit dem Hubschrauber ins Spital nach Linz geflogen.

© laumat.at/Mathias Lauber

In Anwesen gestürmt und Altbauern (63) erstochen

Wenig später soll Jamal Ali Achmad das nächste Blutbad angerichtet haben. Auf der Suche nach einem Fluchtauto radelte er zu einem nahe gelegenen Bauernhof, stürmte in das Haus, wo er auf den perplexen, alleinstehenden ­Bewohner traf.

Noch bevor Altbauer Franz G. (63) reagieren konnte, soll ihn der 33-Jährige niedergestochen haben. Für das Opfer kam jede Hilfe zu spät. Danach setzte sich Jamal Ali Achmad in den braunen Citroën (Kennzeichen FR-640 K) des Opfers und raste davon. Die Polizei leitete eine Fahndung mit Diensthunden, Hubschrauber und der Spezialeinheit Cobra ein.

© Fotokerschi.at

Zweifacher Familienvater

Die Exekutive verständigte zudem ihre Kollegen an den Grenzen nach Tschechien und Deutschland. Der Verdächtige kam 2015 nach Österreich und lebte vorerst in der Asylunterkunft, in der er David H. schwer verletzt haben soll. Erst vor einem Jahr war der zweifache Familienvater, bei dem es sich um jenen Afghanen handeln soll, der bereits im Sommer für Aufregung sorgte, da er bei der Führerscheinprüfung herumdriftete und das Fahrschulauto demolierte, mit seiner Frau in eine eigene Wohnung gezogen.

Im Ort selbst herrscht Entsetzen. "Die Nachbarn sind aufgebracht und können es nicht fassen", erzählte Hubert Koller, der Bürgermeister (ÖVP) von Leopoldschlag - jener Gemeinde zu der Wullowitz gehört, gegenüber oe24.at. Er selbst habe vom Roten Kreuz von der Attacke im Asylheim erfahren. Über den Mord wurde er erst durch den zweiten Rettungshubschrauber aufmerksam, als er bei der Polizei nachfragte. Auch er zeigte sich im Gespräch schwer betroffen: "Ich kenne den Betreuer gut, ich kennen den Asylwerber gut und ich kenne den Landwirt gut. Wir sind ein 1.000-Seelen-Dorf, da kennt jeder jeden", so Koller.

© Gemeinde Leopoldschlag

Bürgermeister Koller war schwer betroffen.

Koller: "Er war immer sehr verlässlich"

Dass Jamal A. derart ausrasten würde, daran war in dem kleinen Ort nicht zu denken. Er galt eigentlich als gut integriert, wie der Bürgermeister erklärt. "Er hat immer wieder in der Gemeinde mitgeholfen - am Bauhof oder so", sagte Koller. "Er war sehr verlässlich, aber in letzter Zeit haben wir ihn immer weniger angerufen, weil er eben nicht mehr verlässlich war. Dann war da auch dieser Vorfall in der Fahrschule", sagte er weiter und spielte auf den Ausraster des 33-Jährigen während der Führerscheinprüfung an. Was den 33-Jährigen zu den mutmaßlichen Wahnsinnstaten getrieben hat, ist unklar. Es gilt die Unschuldsvermutung.

© Fotokerschi.at

Festnahme

Die Polizei warnte die Bevölkerung, dass der 33-Jährige gefährlich und zudem bewaffnet sei. Um 21.45 Uhr gab es Entwarnung: Der Beschuldigte konnte im Großraum Linz festgenommen werden.

Um derartige Übergriffe mit Messergewalt zu verhindern, forderte die FPÖ Oberösterreich noch Montagabend „die umgehende Einberufung des Landessicherheitsrates“.(kuc, kor)

© LPD OÖ

Jamal A. wurde festgenommen. 

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