Leo S. Anwalt Thier

Nach Haftentlassung

Leo kämpft um seine letzte Chance

Anwälte arbeiten täglich mit dem 18-Jährigen. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Für seine erste große Liebe flog Leo S. aus Oberösterreich in die USA. Nach dem Sex mit der 15-jährigen Amanda S. wurde der 18-Jährige verhaftet – ein Albtraum begann. Fast zwei Wochen saß er im Gefängnis von Sarasota, wurde verprügelt. Am Freitag holten ihn seine Anwälte endlich in Freiheit – für 170.000 Euro Kaution, bezahlt von einem anonymen Spender.

Jetzt ist Leo S. in Orlando bei seinen Eltern. Sie waren extra in die USA geflogen, um ihrem Sohn beizustehen. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. „Eine absurd hohe Strafe“, befindet sein Anwalt Carl-Christian Thier. Aber: „Was man ihm vorwirft, ist kein Kavaliersdelikt.“

Diese Optionen hat Leo S. vor dem US-Gericht

Prozess. Ob es dazu kommt, ist aber völlig offen. Für Leo S. gibt es zwei Möglichkeiten. „Ein Plea-Deal macht Sinn“, erklärte Carl-Christian Thier, Österreichs Vize-Honorarkonsul in Orlando und Chef der Kanzlei „Urban Thier Federer“ gegenüber ÖSTERREICH. Der Oberösterreicher müsste zumindest einen Teil seiner Schuld gestehen, würde dafür eine geringere Strafe erhalten.

Sonst müsste Leo S. in einen langen Prozess – allein das Beweisaufnahmeverfahren würde laut Thier für eine deutliche Verzögerung des aktuell für 14. September geplanten Starts sorgen.

Das US-Justizsystem spricht für einen Deal mit dem Staatsanwalt. „Wir dürfen sehen, was er hat, er darf sehen, was wir haben“, erklärt Thier den Unterschied zu Europa. „Deshalb einigt man sich so oft. Weil die Munition bekannt ist“, so der Kanzlei-Boss weiter. Mit seinen Anwälten John Urban und Matthew Leibert kämpft er für den Österreicher. „Wir werden ihn täglich treffen und an unserer Strategie arbeiten“, verspricht er. Auch ein psychologisches Gutachten steht laut Thier im Raum, „wenn es in der Prozessstrategie sinnvoll ist“.

Deal

Ursprünglich hatte der Oberösterreicher auf „nicht schuldig“ plädiert – das ist „irrelevant“, so Thier. Die Entscheidung habe der Pflichtverteidiger getroffen, dieser sei aber nicht mehr zuständig. (fip)



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