Tragödie von Gneis

Tränenmeer um kleine "Perla"

Am Montag wird die 4-Jährige beerdigt. Ihre syrische Familie ist völlig gebrochen.
Salzburg. Judy und Ramez T., die aus Aleppo nach Österreich flüchteten und sich hier bestens integriert haben, sind tief gläubige Christen. Sie haben sich mit ihren beiden Kindern (2 und 4) in der Pfarre Gneis in Salzburg emsig engagiert. Nun ist ihnen hier das Schlimmste passiert, das einer Familie widerfahren kann und das ihren Glauben sicher schwer erschüttert: der Tod ihre Tochter Perla (auf Deutsch: Perle). Als sie vergangenen Sonntag vom Gottesdienst kamen, hatte ein Senior-Fahrer den auf seine Gattin zugelassenen Wagen nicht unter Kontrolle – und donnerte in eine Fußgängergruppe vor der Kirche.
Bei dem Horror-Unfall verlor die vierjährige Perla ihr Leben – sie verblutete in den Armen ihres Vaters.
 
Eine Ärztin (45) wurde schwer verletzt. Die ganze Gemeinde und mit ihr das ganze Land weinen um das lebensfrohe Kind, das viel zu früh sterben musste. Dem Todeslenker, der nur seine Gattin abholen wollte, die ebenfalls in der Kirche sehr aktiv ist, geht es psychisch laut seinem Anwalt gar nicht gut.
 

Ermittlungen wegen grob fahrlässiger Tötung

 
Ob er am Montag beim Begräbnis seines kleinen Opfers oder bei der Abschiedsmesse in der Stadtpfarrkirche Gneis teilnehmen wird, ist angesichts der Trauer und Emotionen sicher nicht zu empfehlen – zumal die Staatsanwaltschaft gegen den hochbetagten Lenker wegen Verdachts der grob fahrlässigen Tötung und Körperverletzung ermittelt. Derzeit wird das Automatik-Auto des 90-Jährigen, ein Citroën Berlingo, von einem Kfz-Sachverständigen untersucht. Der Experte soll feststellen, ob ein technischer Defekt vorlag.
 

© Kopt, Roland

Sämtliche Knöpfe des Fahrzeuges waren beschriftet
 
Viel wahrscheinlicher allerdings ist ein menschlicher (Fahr-)Fehler. Die Ankläger glauben gar, dass Johann S. überhaupt nicht mehr in der Lage war, ein Fahrzeug den Vorschriften entsprechend zu lenken. Es gilt die ­Unschuldsvermutung. (kor)

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