Corona | Debatte um Sonntagsöffnung

Nach Lockdown

Sonntags-Öffnung soll Handel retten

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Die Bedrohung ist groß, 6.000 Shops stehen vor dem Aus. Ein Notplan soll helfen.

Wien. Corona als Shop-Killer. Der Handel – mit insgesamt 600.000 Angestellten – steht vor einem Katastrophenjahr. Der Handelsverband erwartet wegen des Lockdowns 2,7 Milliarden Euro Umsatzverlust. 6.000 Geschäfte sind bedroht.

Wirtschaftskammer Präsident Harald Mahrer präsentierte gestern eine Not­lösung. Um das Weihnachtsgeschäft ein wenig zu retten, steht nun eine Sonntags-Öffnung des Handels, nach dem Lockdown im Raum.

Notwendig. „Die Sonntage wären für den Handel ­lebensnotwendig“, sagt Peter Schaider, Chef des Wiener Auhof Centers. Laut seinen Berechnungen könnten Geschäfte damit etwa 10 % wiedergutmachen: „An Sonn­tagen shoppen die Leute sonst hauptsächlich im Internet, in diesem Fall könnten sie in die Geschäfte kommen.“

Umsätze. Rainer Will vom Handelsverband sieht den Vorstoß prinzipiell positiv. Durch die Ausweitung der Stunden werden weniger Kunden gleichzeitig in den Geschäften stehen – ein wichtiger Faktor gegen ­Corona-Infektionen. Allerdings gibt er zu bedenken, dass die Personalkosten am Sonntag wegen der Zu­schläge stark ansteigen könnten: „Das ist gerade für viele kleinere Betriebe, die seit mehr als neun Monaten massiv ­unter der Covid-Krise leiden, nicht leicht zu heben.“ Will plädiert für Sonntagsarbeit nur auf freiwilliger Basis.

Gewerkschaft: Corona-Tausender statt Sonntags-Öffnung

Die Gewerkschaft will freilich davon nichts wissen. „Schon jetzt können Ge­schäfte bis 21 Uhr offenhalten. Wie lang denn noch? Auch Handelsangestellte sind Menschen, haben eine Familie“, sagt GPA-Vor­sitzende Barbara Teiber. Sie fordert einen Corona-Tausender für die Handelsangestellten.

Belastung. Ebenso dagegen ist XXXLutz-Marketingchef Thomas Saliger: „Das hat keinen Effekt. Das Kundenaufkommen verschiebt sich dann eben von Montag bis Sonntag und es führt zur Belastung von Mitarbeitern, die wir so nicht wollen.“

Ein großer Fan ist hingegen Lugner-City-Betreiber Richard Lugner: „Die Mit­arbeiter haben länger nicht gearbeitet und sie haben in Kurzarbeit weniger verdient. Also würden sie sich über Zuschläge freuen, damit sie sich anständige Weihnachten leisten können.“

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