Messer-Mörder

Zweifel an Motiv des Tiroler Killers

Zweifel an Motiv des Tiroler Killers
© APA/ZOOMTIROL
Hat Sebastian E. wirklich nur gemordet, um (lebenslang) ins Gefängnis zu kommen?
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Tirol. Noch immer herrscht pures Entsetzen über den anscheinenden Zufallsmord von Kufstein: Wie berichtet, war dort im Stadtteil Endach in einem Waldstück am Inn-Ufer die schrecklich von einem Messermörder niedergemetzelte Leiche eines äl­teren Mannes gefunden worden. Noch am selben Abend kam ein junger Einheimischer auf den örtlichen Polizeiposten und bezichtigte sich selbst des Mordes an einem Mann, den er nach eigenen Angaben gar nicht gekannt haben will. Weil er das Geständnis mehrmals wiederholte und auch sonst mit Wissen auffiel, das nur der Täter haben konnte, wurde Sebastian E. verhaftet.

Das von ihm angegebene Tatmotiv entsetzt ganz ­Österreich: Demnach will er sein Opfer wahllos ausgesucht und in den Hinterhalt gelockt haben, um zu töten und eine möglichst lange Haftstrafe auszufassen.

Gibt es doch ein persönliches Motiv?

Motiv. Bald darauf wurde bekannt, dass es sich bei dem Mann, der mit seinem Leben den Gefängnisaufenthalt eines anderen ermöglichen sollte (und das nur, weil der Täter mit seinem Leben als Arbeitsloser in der Corona-Zeit unzufrieden war), um den 77-jährigen Anrainer Guntram T. handelt. Der pensionierte Arbeiter und Schütze, der nicht verheiratet ist, keine Kinder hat und eine Schwester in der Steiermark hinterlässt, war jeden Tag in den Inn-Wäldern spazieren. Ist der zierliche, klein gewachsene Tiroler dabei wirklich nur zufällig in die Nähe seines Killers gekommen – oder gibt es doch ein persönliches Motiv, das der Messermörder bisher verheimlicht?

Hass. Beobachter sind sich jedenfalls einig, dass es wesentlich einfachere und unblutigere Wege gegeben hätte, um ins Gefängnis zu kommen. Und: Fast ein Dutzend Messerstiche lassen große Wut und Hass erahnen, die bei Zufallsbekanntschaften selten aufkommen kann …

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