Jafar S.

Tat-Motiv: Wut

Afghane gab vor, ausreisen zu wollen

Neue Details um den Amok-Täter: Er wollte Ausreise-Pauschale.

Jafar S. (23), der süchtige Amokläufer, der am Mittwochnachmittag an der U-Bahn-Station Nestroyplatz eine ganze Arzt-Familie niederstach, gab vor, aureisen zu wollen, um die Pauschale für die Rückkehr nach Afghanistan zu bekommen. Er gab beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) an, freiwillig ausreisen zu wollen. Damit hätte er etwas weniger als 1.000 Euro von der Behörde bekommen – allerdings erst im Flieger. 

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Jafar S.
× Jafar S.

Jafar S. hat das Geld nicht erhalten. Er hatte zweimal einen Antrag auf eine freiwillige Rückkehr in sein Heimatland gestellt, erstmals 2016. Das erste Zertifikat sei nicht abgeholt worden, der zweite Antrag sei erst am Montag gestellt worden.

Nach dem vierfachen Mordversuch wurde der Attentäter jedenfalls schnell gefasst. Ein unbestrittener Erfolg der Polizei. Der Gefasste legte ein zynisches Geständnis ab: „Ich war in einer aggressiv-schlechten Stimmung und hatte eine Wut auf meine gesamte Lebenssituation“, sagte er. Politisch motiviert soll der Amoklauf nicht gewesen sein. 

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Jafar S. wurde bereits 2016 verurteilt

Der 23-jährige Afghane ist bereits 2016 wegen Drogenhandels verurteilt worden. Das hat die Polizei am Samstag bestätigt. Der Mann fasste damals drei Monate bedingte Haft aus.
 
Am Freitag hatte die Behörde bestätigt, dass der Mann sich von August bis Dezember 2017 - ebenfalls wegen Drogenhandels - in Klagenfurt in Strafhaft befunden hatte. Seit damals habe er sich eigenen Angaben zufolge in "szenetypischen Gegenden" aufgehalten, sagte Polizeisprecher Harald Sörös.
 
Drogenmilieu. Doch statt die behördlichen Auflagen einzuhalten, zieht es ihn zum berüchtigten Praterstern ins Drogenmilieu. Fast täglich ist er an jenem Ort, wo es gelegentlich vor Polizei nur so wimmelt. Das hält ihn nicht ab. Er begeht mehrere Drogendelikte. Auch von einer versuchten Vergewaltigung ist die Rede.
 
U-Boot. Danach taucht er unter, wird zum „U-Boot“, treibt sich herum.
 
Keiner suchte ihn. Vor über einem Jahr schon wird sein Asylantrag abgelehnt und die Abschiebung angeordnet. Weil der Bescheid nicht ausgehändigt werden kann, wird er öffentlich zur „Ausfindigmachung“ ausgehängt. Doch das scheint Jafar S. nicht weiter zu beeindrucken. Nach wie vor kauft er täglich seine Drogen am Praterstern ein, weil ganz offensichtlich niemand nach ihm sucht. So wie nach vielen anderen nicht ­aktiv gesucht wird, die sich ­illegal in Wien aufhalten.

Geständnis. Der Gefasste legte nach der Verhaftung ein zynisches Geständnis ab: „Ich war in einer aggressiv-schlechten Stimmung und hatte eine Wut auf meine gesamte Lebenssituation“, sagte er. Politisch motiviert soll der Amoklauf nicht gewesen sein.
 


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