Fassungslosigkeit nach Dreifach-Mord in Wien

Kerze vor der Eingangstür

Fassungslosigkeit nach Dreifach-Mord in Wien

Eine 31-jährige Mutter aus Nepal hat ihre drei Kinder erstickt.

Eine Kerze vor der Eingangstür, eine Handvoll Medienvertreter vor dem einstöckigen Wohnbau in Wien-Donaustadt, unweit des Kagraner Platzes - nur wenig deutete gegen Samstagmittag darauf hin, dass wenige Stunden zuvor eine Mutter hier in einer Wohnung im Obergeschoß ihre zwei kleinen Töchter und ihren achtmonatigen alten Sohn umgebracht haben dürfte. In der Straße hier herrschte wie immer reger Verkehr, viele Autofahrer nützen sie, um den Kagraner Platz zu umgehen. Passanten gab es dagegen kaum.
 
Lediglich eine Frau führte mit ihrer erwachsenen Tochter ihre beiden kleinen Hunde aus. Sie wohnt in der unmittelbaren Nachbarschaft, sagte sie. Über die Mutter und ihre Kinder wusste sie nichts, sagte sie, zeigte sich aber über das Verbrechen betroffen. Welche Verzweiflung eine Frau fühlen müsse, um vermutlich ihre drei Kinder umzubringen, das fragten sich alle am Ort des Geschehens.
 
Die Polizei hatte ihre Arbeit am Tatort bereits beendet. Nur ein Siegel an der Wohnungstür deutete darauf hin, dass hier ein Verbrechen verübt wurde. Der Nachbar zeigte sich von den Medienvertretern im Stiegenhaus genervt. "Wir haben heute schon genug Scherereien gehabt", meinte er und drohte, die Polizei zu rufen, falls das Stiegenhaus nicht geräumt werde.