Harald Hitler

Hochverrat:

Harald Hitlers Nazi-Netzwerk zerschlagen

Alt- und Neonazis planten die Wiedererrichtung des ''Dritten Reichs''.

Wien. Die Liste der Angeklagten liest sich nicht gerade wie das „Who’s  who“ der österreichischen Elite: Ein Bürokaufmann aus Tirol, 29 Jahre alt, keine Erwerbstätigkeit. Ein arbeitsloser Wiener, 52, früher Postzusteller. Ein Heizungsbauer aus Niederösterreich, 58, Pferdestallbetreiber. Ein angeblicher IT-Fachmann aus Wien, 66, ohne Beschäftigung. Ein pensionierter Ingenieur (70) aus Salzburg.

So trostlos die Biografien klingen, so gewaltig kommt die Anklageschrift daher: Die fünf sollen die rot-weiß-rote Speerspitze der „Europäischen Aktion“ gewesen sein. Einem Netzwerk aus Alt- und Jungnazis, dem auch das berüchtigte Diktator-Double „Harald Hitler“ ­angehörte. Der Steirer, der einst mit Seitenscheitel und Zweifinger-Bärtchen für Touristen vor Hitlers Geburtshaus in Braunau posiert hatte und inhaftiert wurde, ist im aktuellen Verfahren gegen seine braunen Gesinnungsgenossen als Zeuge geführt.

Befreiungsarmee plante Tötungen von Politikern

Ab Montag müssen sich die mutmaßlichen Rädelsführer vor dem Wiener Straflandesgericht verantworten. Die Anklage und das angedrohte Strafmaß sind deftig: Wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Wiederbetätigung droht den Angeklagten Haft bis zu 20 Jahre.

Unter Führung des inzwischen verstorben Alt-Nazis Dr. Hans B. und des Wiener Statthalters sollen die Freunde von Harald Hitler die Einsetzung einer „Reichsregierung“ in Österreich und die Eingliederung des Landes in ein Großdeutsches Reich angestrebt und hierfür Mitstreiter rekrutiert haben. Ferner sollen sie die Gründung einer „Befreiungsarmee“ mit bewaffnetem Kampf im Untergrund und Kommandounternehmen gegen Politiker geplant haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass damit Tötungen von „Volksverrätern“ gemeint waren. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ob Harald Hitler vor Gericht erscheinen wird, ist noch unklar.



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