Trotz Lockdown

Keine Masken, kein Abstand: Wiener feiern Party am Donaukanal

Während die Gastro geschlossen halten muss, feierten am Freitagabend zahlreiche Leute mit Musik-Boxen und Dosenbier dicht an dicht und ohne Masken am Donaukanal.

Wien. Am Freitagabend sorgten Bilder und Augenzeugenberichte vom Donaukanal für Aufregung, denn der sah aus wie eine Partyzeile. Während die Gastronomie geschlossen halten muss, war der Donaukanal gesteckt voll – die meisten hatten keinen Mund-Nasenschutz auf und Abstand wurde ebenfalls keiner eingehalten. Das sorgte vor allem auch bei Gastronomen für Kritik in den sozialen Netzwerken: "Bitte was soll das? Wir Gastronomen müssen zu lassen u am Donaukanal feiern die Leute als gäbe es kein Virus ... Es wird Bier verkauft, Musik gespielt, das ist ja eine Verarschung der Sonderklasse!", heißt es in einem Posting etwa. 

Mehrere Techno-Partys

Weiters wurde von mehreren Techno-Partys berichtet. Eine Box stand bei der Augartenbrücke, eine andere beim Otto-Wagner-Haus und eine bei der Blumenwiese. Schließlich rückte die Polizei aus, kontrollierte und löste die Partys entlang des Donaukanals auf.

Keine Masken, kein Abstand: Wiener feiern Party am Donaukanal
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Trotz Corona: Ansturm auf Parks & Shops

Experten warnen, die Szenen erinnern an den vergangenen Herbst: Sobald die ersten Sonnenstrahlen auftauchen, bilden sich Menschenmassen an öffentlichen Plätzen. Party ist angesagt, Abstand gibt es kaum. Die Ansteckungsgefahr steigt. Gerade jetzt, bei gestern knapp 4.000 Corona-Neuinfektionen und kurz vor einem verschärften Lockdown im Osten Österreichs, droht ein neuer Freizeit-Cluster.

Ein besorgter Leser schickte uns ein Foto vom Donaukanal in Wien. Dutzende Gruppen – insgesamt Hunderte Jugendliche – drängen sich am Wasserrand. In der Hand halten die meisten eine Bierflasche. Aus Lautsprechern dröhnt Musik. Verbotene Open-Air-Partys sind in ganz Österreich immer öfter zu beobachten. Ähnliche Szenen werden aus allen Städten berichtet.

560 Anzeigen pro Tag wegen Corona-Vergehen

Kontrolle. Die neuesten Daten aus dem Innenministerium belegen: Die Zahl der Anzeigen und Organmandate wegen Corona-Vergehen (Abstand, Maske) steigt stetig. Im November noch waren es etwa 200 pro Tag, derzeit sind es im Schnitt der letzten Woche 560 pro Tag. Eine Beruhigung ist nicht in Sicht, die Ursachen sind leicht erklärt:

  • Frühling. Die Hitze treibt die Menschen außer Haus, der Frühling setzt endlich richtig ein. Kommende Woche sind bis zu 25 Grad zu erwarten (siehe rechts).
  • Shopping. Zumindest im Osten sperren die Geschäfte wieder ab dem 1. April. Bis dahin ist ein Ansturm zu erwarten – so auch heute.
  • Ferien. 1,1 Millionen Schulkinder sind seit gestern in den Ferien. Auch sie drängt es ins Freie.
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