Nach "Ehrenmord": Wirbel um Todes-Mail

Skandal

Nach "Ehrenmord": Wirbel um Todes-Mail

Der Mord an einer jungen Afghanin in Wien ist um einen skandalösen Thrill reicher.

Im November soll Hikmatullah S. seine Schwester Bakhti mit mehreren Messerstichen in Favoriten niedergestochen haben. Von Anfang an gab es in der Causa den Verdacht, dass der Bruder einen Ehrenmord begangen haben könnte, weil die Schwester ausgezogen, in ein Krisenzentrum geflüchtet war und einen Freund hatte. Und dass die Familie ihn angestiftet haben könnte.

Anwalt wird Anzeige 
erstatten, FPÖ prüft

Der Bruder bestreitet dieses Motiv heftig. Die ersten drei Verteidiger warfen in der heiklen Causa das Handtuch, vor einer Woche – als ein Gutachten bekannt wurde, dass Hikmatullah nicht erst 18, sondern schon 21 sein soll – übernahm Top-Anwalt Niki Rast den Fall.

Als „Dank“ dafür bekam der bekannte Jurist ein Hass- und Droh-Mail, das es in sich hat:

Darin beschimpft ihn ein gewisser Martin B. als „Idioten“ und „Abschaum“, für den „sicherlich jemand eine Kugel über hätte“. Für seinen Klienten („diesen Kanaken“) fordert der Absender offen – und ebenso strafrechtlich relevant! – die Hinrichtung: „Der Kerl gehört sofort ohne Prozess öffentlich tot gepeitscht.“

Domain

Für zusätzliche Brisanz bzw. Wirbel sorgt die Domain des Todes-Mails: „fpoe.at“, was zusammen mit einem voll aus- und kleingeschriebenen Vor- und Zunamen tatsächlich die korrekte Mail­Adresse der FPÖ wäre.

ÖSTERREICH bat die Freiheitlichen sofort um eine Stellungsnahme. Samstagabend stellte dann FP-Parlamentssprecher Lukas Brucker klar: „Die Person existiert bei uns nicht. Das Mail ist ein Fake, und das kann man ganz einfach bewiesen.“ Nicht ausgeschlossen ist, dass eine politischen Gegner dahintersteckt. Die FPÖ prüft rechtliche Schritte.

Roland Kopt