Opfer verblutete auf der Donauinsel

Mordprozess

Opfer verblutete auf der Donauinsel

Die Angeklagte wurde von Sachverständigen belastet. Da Zeugen fehlten, wurde vertagt.

Wien. Eine ausgebildete Sozialarbeiterin und Krankenschwester (39) musste sich Dienstag am Wiener Landesgericht wegen Mordes an ihrem 29-jährigen Lebensgefährten verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft soll die 39-Jährige das Opfer am 15. Juli auf der Donauinsel mit einer abgebrochenen Bierflasche attackiert haben. Der 29-Jährige, der eine zehn Zentimeter lange, klaffende Schnitt- und Stichverletzung unterhalb des Schlüsselbeines erlitt, hatte keine Chance. Er verblutete.

Campiert. Die Angeklagte war aufgrund ihrer Alkoholkrankheit ins Obdachlosenmilieu abgeglitten und hatte gemeinsam mit dem späteren Opfer und ihrem Ex-Partner auf der Donauinsel campiert und übernachtet.

39-Jährige belastete vor Gericht ihren Ex-Partner

Nachdem sie über den Tag reichlich Wodka und Bier getrunken hatte, kam es in der Nacht zur tödlichen Attacke. Vor Gericht stritt die 39-Jährige die Tat vehement ab. Sie sei plötzlich aufgewacht, nachdem ihr Freund auf sie gefallen sei: „Er ist auf ein Mal auf mir gelegen und hat um Hilfe gerufen“, sagte die Angeklagte dem Schwurgericht. Zudem soll ihr der Sterbende mehrmals „Fritzl“ – den Namen ihres Ex-Partners – zugeflüstert haben.

DNA. Belastet wurde die 39-Jährige von Sachverständigen. Laut einer DNA-Expertin befand sich an der Bierflasche sowohl das Blut des Opfers als auch eine DNA-Mischspur der Frau. Außerdem soll sie die Bluttat vor ihrer Festnahme zwei Bekannten gestanden haben. Da drei Zeugen nicht auftauchten, wurde auf 18. Juni vertagt. Es gilt die Unschuldsvermutung.