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"Geh unter die Schienen"

Rassismus-Eklat in Wiener Straßenbahn

Ein Moslem wurde in der Linie 49 wüst beschimpft und am Ende sogar bespuckt.

Wildes Geschrei macht sich am Donnerstagvormittag in einer Straßenbahn der Linie 49 in Wien breit. Laut Tarafa Baghajati, Zeuge des Vorfalls, soll zunächst ein Vater mit Kinderwagen Opfer eines rassistischen Vorfalls gewesen sein. Als Baghajati, Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen (IMÖ), Zivilcourage bewies und dazwischenging, wurde er selbst zur Zielscheibe. In einem Video wurde die Schimpftirade festgehalten. "Du Rabbiner, geh unter die Schienen", schrie der teilweise verwirrt wirkende Mann, der Baghajati offensichtlich mit einem jüdischen Geistlichen verwechselte. Am Ende soll es auch zu Handgreiflichkeiten gegen Baghajati und auch zu einer Spuck-Attacke gekommen sein.

Die anderen Fahrgäste schauten schockiert zu, allerdings waren auch viele hilfreich, was Baghajati als positiv anführte. Auch die Polizei, die er später auf der Straßenbahnhaltestelle ankam, habe sich vorbildlich verhalten.

Als der Verdächtige ausstieg, konnte Baghajati dem Mann nicht mehr folgen. Dazu entschied er sich auch aus Sicherheitsgründen. "Er wurde immer aggressiver", erklärt er auf Facebook. Daher konnten die Personalien des Mannes nicht aufgenommen werden.

Baghajati selbst zeigte sich schockiert. "Ich persönlich habe mich durchaus bedroht gefühlt, aber ich wüsste nicht, wenn solche Leute ihre Aggressivität an eine Frau am Abend oder in der Nacht loslassen würden, da hätte ich echte Bedenken. Solcher Hass ist eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit und auch für den sozialen Zusammenhalt im ganzen Land", schreibt er.

Auf oe24-Anfrage hatte die Polizei am Donnerstagabend vorerst noch keine Informationen über diesen Fall zur Hand.



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