Test-Chaos sorgt für Corona-Cluster in Wiener Schule

Nach nur drei Wochen

Test-Chaos sorgt für Corona-Cluster in Wiener Schule

Erneut kommt es zu gehäuften Ansteckungen an einer Schule in Wien. Bei den Eltern sorgt vor allem das Test-Chaos für Aufruhe.

Erst drei Wochen im neuen Wiener Schulsemester sind verstrichen und schon häufen sich die Corona-Fälle in den Klassen. Sprach Faßmann anfangs noch davon, einen möglichst normalen Schulbetrieb zu gewährleisten, werden die Stimmen um das Test-Chaos nun lauter. So auch in einer Volksschule im zweiten Wiener Gemeindebezirk: In der vierten Klasse bildete sich ein Corona-Cluster rund um einen Verdachtsfall, der verzögert getestet wurde - Ergebnis: Das Kind war positiv. Die verpflichtende Heimisolation beträgt 10 Tage, ausgehend vom letzten Kontakt mit der infizierten Person. Aber auch der Quarantänebescheid ließ auf sich warten. Erst 2 Tage vor Ende der Quarantäne wurden die Eltern benachrichtigt. In der Zwischenzeit fand in der betroffenen Klasse Regelbetrieb statt. Die Eltern sind verärgert über das chaotische Prozedere der Teststellen und Behörden. In der Zwischenzeit haben sich vier weitere Kinder infiziert und mehrere sind Verdachtsfälle.

© Gettyimages / Symbolbild

Lange Wartezeiten, kein Ergebnis

Zu den Neu-Infizierten gehört auch die Tochter von Frau Rot (Name von Redaktion geändert). Diese ließ sich und ihre Tochter aufgrund einer infizierten Arbeitskollegin testen und befindet sich nun samt Familie in selbst auferlegter Quarantäne. Denn obwohl sie die Behörden über ihren Kontakt mit einer Infizierten Person informierte, wartet sie über eine Woche auf die Testung und wurde auf die Teststraße verwiesen. Um Klarheit zu bekommen ließ Frau Rot sich und ihre Tochter in einem Labor testen - Sie selbst ist negativ, ihre Tochter positiv. Einen offiziellen Bescheid über die Quarantäne gibt es bis jetzt nicht, die selbst auferlegte 10-tägige Quarantäne endet aber bereits am Samstag. Am Freitag klingelte es dann an der Tür der Familie: Eine Mitarbeiterin der Stadt Wien hatte versucht die 9-jährige Tochter telefonisch zu erreichen, um ihr das Testergebnis mitzuteilen. Diese habe aber keine Nummer hinterlegt. 

Auch Frau Rots' Sohn begab sich freiwillig in die Isolation. In seinem Gymnasium in Donaustadt herrschen ähnliche Zustände. Gut die Hälfte der Schüler und des Lehrpersonals befindet sich in Quarantäne oder ist krank. Der Unterricht findet nur teilweise statt.

"Vielleicht kommen wir gar nicht mehr"

Da die Bescheide tagelang auf sich Warten lassen, bleiben die Eltern mit ihren Kindern größtenteils aus Vernunft zuhause. So auch Familie Kranz (Name von Redaktion geändert). Auch ihre Tochter, eine Klassenkammeradin der Tochter von Frau Rot, hat hohes Fieber und deutliche Corona-Symptome. Sie warten ebenfalls schon über eine Woche auf einen Test. 

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Schulen sind sehr bemüht

Die verärgerten Eltern ziehen in erster Linie die Gesundheitsbehörden und die Politik zur Verantwortung. Die Schulen bemühen sich soweit als möglich, rechtzeitig zu informieren und arbeiten zusätzlich an Wochenenden. Man komme einfach mit den Tests nicht nach und Bescheide bleiben in den Abteilungen hängen. Die Eltern haben größtenteils begonnen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, Testungen selbst zu finanzieren und bei positiver Testung auch die Kontaktpersonen zu kontaktieren. Die Behörden "Versagen hier auf allen Ebenen" so Familie Kranz.

Unvorbereitet ins neue Schuljahr

Zusätzlich erschwere der Datenschutz die Kommunikation. Wer tatsächlich infiziert ist, wissen weder Eltern noch Lehrer. Die Eltern der Schüler aus Leopoldstadt tauschen sich aber aus. Doch in einer Schule im 20. Bezirk weiß eine Lehrerin erst, dass sich die Klasse, in der sie unterrichten soll, in Quarantäne befindet, als diese nicht zum Unterricht erscheint. Aufgrund der vielen Isolations- und Krankheitsfälle, ist regulärer Unterrichtsbetrieb sowieso kaum möglich. Auch für eine geeignete Homeschooling-Lösung wurde in den Ferien nicht gesorgt. Befindet sich die Klasse in Quarantäne, findet also auch kein Unterricht statt. Eltern und LehrerInnen sind sich einig: Man sei komplett unvorbereitet ins neue Schuljahr gestartet und erst jetzt wird begonnen Lösungen zu finden.