Unglaubliche Magistrats-Posse um Foodtruck in Wien

Behörden-Wahnsinn

Unglaubliche Magistrats-Posse um Foodtruck in Wien

Um der Coronakrise zu trotzen, wollten sich alteingesessene Wiener Clubbesitzer eine Einnahmealternative aufbauen. Doch der Behördenweg wurde zur reinsten Farce.

Die Coronakrise traf fast alle Unternehmer wirtschaftlich schwer. Milliarden an Hilfen wurden vom Staat ausbezahlt, um die gewaltigen Schäden doch noch eindämmen zu können. Vor allem Nachtgastronomen sitzen in der Klemme. Sie wissen, sie werden als letzte wieder aufsperren können.

Um dieser wirtschaftlichen Herausforderung Herr werden zu können, wurden einige aber erfinderisch. So auch die Besitzer des "SASS Music Club" am Wiener Karlsplatz. Da ihnen klar wurde, dass sie ihre Aktivitäten ins Freie verlegen mussten, entschieden sie sich für einen Neustart mit einem Foodtruck. Hätten sie allerdings im Vorhinein gewusst, welche Hürden ihnen seitens der Behörden gestellt werden, wäre ihre Entscheidung wohl anders ausgefallen.

Aber auf Anfang: Der Plan war, dass der Foodtruck, der mit einem befreundeten Sternekoch betrieben werden sollte, vor allem regionale Produkte und Zutaten verteibt. "Da wir uns, wie schon erwähnt, dem Karlsplatz seit 13 Jahren verbunden fühlen und dessen Ruf und Ansehen durch die Jahre auch prägen durften, suchten wir um einen Standplatz im Bereich Resselpark und Karlsplatz an. Dieses Ansuchen wurde vorab gleich negativ bescheidet, mit der vorrangigen Begründung, dass es in diesem Bereich schon genug Gastronomie gäbe und ohnehin nicht davon auszugehen sein könnte, dass unsere Idee zum Stadtbild passen würde", schreiben die Gastronomen auf Facebook.

Doch davon ließen sie sich nicht klein kriegen. Sie sortierten alle Plätze und Möglichkeiten am Karlsplatz und stießen auf eine Fläche vor der Karlskirche, die optimal sein würde. Hierzu holten sie sich auch gleich das "Go" von der Kirche und der MA36. Beide zeigten sich mehr als einverstanden und unterstützten die Gastronomen in ihrem Vorhaben sogar. Dann kamen weitere Magistrate ins Spiel. "Die Kommunikation mit der MA 42 und 46 erwies sich als mühselig und schwierig und kam nur unter zu Hilfenahme unserer neu gewonnen politischen Kontakte in Bewegung", heißt es in der Schilderung. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Denn laut Aussage der beiden war das Treffen mit dem Magistratsvertreter der MA46 sei "äußerst unangenehm" gewesen. Und das obwohl sie bestens vorbereitet zum Treffen erschienen sind. Sogar Ziviltechniker und elektriker standen bereit, um etwaige Fragen zu klären. "Sie trafen auf einen sichtlich genervten jungen Mann, welcher auf die Nachfrage ob er schon einmal vorab etwas sagen könne nur meinte, dass wir warten sollten, da er keine Lust habe alles doppelt zu erzählen. Es folgte, nach der Feststellung, dass man vollzählig sei (einige Abteilungen hatten sich erst gar nicht herbemüht) ein Monolog, welcher zum Inhalt hatte, dass hier die Hauptverkehrsroute des Fahrradverkehres sei; dass der gesamte Bereich, wenn auch nicht gekennzeichnet, als Fahrradweg zu bewerten sei und man außerdem so oder so verantwortungslos handeln würde, wenn man diesen Raum bewirtschaften wolle, da hier auch die einzige Zufahrt für Einsatzfahrzeuge jeder Art wäre".

Auf die Nachfrage, wo es denn einen geeigneten Stellplatz geben würde, kam nur eine allgemeine Absage. Im gesamten Bereich gebe es keine Möglichkeit. Doch drei Wochen später der Schlag: auf genau diesem Platz, also dem Radweg., steht plötzlich eine öffentliche Toilette mit Bauzaun. "Darüber hinaus wurde eine, in unserem Ansuchen explizit ausgeschlossene, Kabelkbrücke verlegt, welche den gesamten, nicht gekennzeichneten Radweg kreuzt und jedes Einsatzfahrzeug bis zum Stillstand ausbremst. Diese ist circa 15 Meter lang! Auf dem Urin-Container steht 'BAU KEINEN MIST'! Jener passt offenbar noch dazu auch zum Stadtbild", ärgern sich die Besitzer.

Der Bitte einer schriftlichen Stellungnahme kam die Behörde bisher nicht nach. "Wir wollten etwas durchaus Innovatives, mit unseren Möglichkeiten und unter Einbeziehung der umliegenden Gesellschaft umsetzen. Wir nehmen unsere Verantwortung war und haben unseren Betrieb, schweren Herzens, immer noch geschlossen", schreiben sie und hoffen wenigstens jetzt auf eine Erklärung.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde und SASS Familie,

dem jetzt hier Veröffentlichten ging ein durchaus langes...

Gepostet von SASS Music Club am Mittwoch, 21. Oktober 2020

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