Weltweite Empörung nach Attacke auf Rabbiner in Wien-Landstraße | Frau griff jüdischen Geistlichen mit Messer an

Frau griff jüdischen Geistlichen mit Messer an

Weltweite Empörung nach Attacke auf Rabbiner in Wien

Ein Rabbiner wurde in Wien-Landstraße angegriffen. Die Attacke wird aufs Schärfste verurteilt.

 

Blankes Entsetzen über einen antisemitischen Vorfall auf einen Rabbiner in Wien-Landstraße. Wie berichtet, hat eine bislang flüchtige Frau am Donnerstag gegen 16 Uhr an einer Haltestelle der Straßenbahnlinie 71 am Rennweg den jüdischen Geistlichen attackiert: „Schlachtet alle Juden ab!“, soll die Angreiferin geschrien und gleichzeitig ein Messer aus ihrer Handtasche gezogen haben. Sie riss dem Rabbiner seinen Hut und die Kippa vom Kopf und trat ihm gegen das Schienbein. Der Geistliche, der sich auf ÖSTERREICH-Anfrage öffentlich nicht äußern wollte, blieb bei dem Vorfall unverletzt. Nach seiner Beschreibung war die Frau etwa 50 Jahre alt, rund 1,70 Meter groß und trug einen grauen Mantel. Eine Fahndung nach ihr verlief bislang erfolglos, das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung übernahm die Ermittlungen.

Bundespräsident:
 "Judenhass hat keinen Platz"

Der antisemitische Angriff sorgte für großes Aufsehen, weltweit berichteten Medien über die Attacke auf den Rabbiner. Im Inland sagte die Staatsspitze dem Antisemitismus den Kampf an. Bundespräsident Alexander Van der Bellen per Twitter: „Meine Solidarität gilt allen in Österreich lebenden Jüdinnen und Juden. Judenhass hat keinen Platz in unserer Gesellschaft.“ Bundeskanzler Sebastian Kurz reagierte unmittelbar nach der Tat, verurteile den Übergriff aufs Schärfste: „Wir müssen alles dafür tun, um jüdisches Leben hier in Österreich in Sicherheit zu ermöglichen. Denn Europa ohne Juden ist nicht mehr Europa.“ ­Innenminister Karl Nehammer versprach, alles zu unternehmen, um die Tatverdächtige auszuforschen.

Oskar Deutsch, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, sprach von einem „verstörenden Vorfall“, der viele verunsichert habe. „Doch die jüdische Gemeinde wird sich nicht einschüchtern lassen“, schrieb er auf Twitter.



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